Trotz Mindestlohns:

Spargelpreise relativ stabil

Die Saison hat noch nicht mal angefangen, da fürchten Feinschmecker schon, sich das Frühlingsgemüse nicht mehr leisten zu können. Die Bauern versuchen aber mit verschiedenen Maßnahmen die Preise vom Vorjahr zu halten.

In Neverin wurde die Technik verbessert, um Personalkosten zu sparen.
Jörg Döbereiner In Neverin wurde die Technik verbessert, um Personalkosten zu sparen.

Spargel gilt nicht umsonst als Edelgemüse. Der frühe Spargel in bester Qualität kann schon mal bis zu 14 Euro pro Kilogramm kosten. Und jetzt kommen auch noch höhere Aufwendungen für die Spargelbauern durch den Mindestlohn hinzu. Kann sich der Normalbürger den „König der Gemüse“ überhaupt noch leisten? In Friedland ja. Bei Thomas und Beate Preininger bleiben die Preise gegenüber dem Vorjahr erst einmal konstant. Je nach Sorte und Zeit kostet das Kilo bei ihnen zwischen sechs und acht Euro. Das kleine Familienunternehmen, das die Preiningers nebenberuflich führen, beschäftigt nur wenige Saisonkräfte. Das Gros der Arbeit übernimmt die Familie.

7,20 Euro pro Stunde für die Erntehelfer

Demgegenüber werden die Arbeiter auf größeren Höfen – wie dem Spargelhof Neverin – schrittweise bis 2017 auf einen Stundenlohn von 8,50 Euro umgestellt. In diesem Jahr bekommen die Erntehelfer laut Tarifvertrag 7,20 Euro. Auf den Spargelpreis würde sich das aber nur geringfügig auswirken, sagt Betriebsleiter Edwin Albrecht. Denn zugleich habe das Unternehmen in moderne, effizientere Technik investiert, um die Personalkosten zu reduzieren. „Ein paar Cent wird das Kilo wohl teurer.“

Ein Billiggemüse waren die weißen Stangen noch nie. Grund dafür ist der hohe Aufwand für die Bauern. Es dauert drei bis vier Jahre bis zur ersten Ernte, nach acht Jahren braucht der Boden eine Pause – für 30 Jahre. Zudem reicht die Spargelsaison nur von April bis Juni.

Momentan werden die Felder mit Folien eingeschlagen und gedämmt. Denn erst bei einer Bodentemperatur von konstant mindestens zwölf Grad wächst Spargel richtig. Edwin Albrecht hofft auf einen Erntebeginn am
20. April.

Markt bestimmt den Preis

Alle Spargelbauern befinden sich in einer Zwickmühle: Setzen sie zu hohe Preise an, bleiben sie auf ihrer Ware sitzen, sagt Christina Lange vom Hof des Bauern Lange auf Rügen. „Da muss man Kompromisse finden.“ Normalerweise müsse der Preis um mindestens 12,5 Prozent steigen, betont auch Yvonne van Laer, Leiterin von Mecklenburger Frische in Gülzow-Prüzen im Landkreis Rostock. Sie weiß, dass letztlich der Markt den Preis bestimmt.

Hinzu kommt, dass der Mindestlohn ebenso an die vielen Straßen-Verkäufer gezahlt werden muss. Trotzdem: Auch der berühmte Beelitzer Spargel soll nicht deutlich teurer werden, sagt Manfred Schmidt. Schließlich müsse man mit der billigen Konkurrenz aus Polen und den Niederlanden mithalten, so der Vorsitzende des Beelitzer Spargelvereins. Eine Unsicherheit bleibt aber: Ist es kalt und regnerisch in der Spargelsaison, wird das Edelgemüse knapp und teurer.

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