Parteien nach der Landtagswahl:

SPD übernimmt das Ruder erneut

Die SPD ist bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Sie verlor Stimmen, bleibt aber stärkste Kraft im Land und kann entscheiden, ob sie weiter mit der CDU, oder künftig doch mit der Linken regiert.

Erwin Sellering hat die Wahl wieder gewonnen.
Bernd Wüstneck Erwin Sellering hat die Wahl wieder gewonnen.

Nach der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kommen die Parteigremien am Montag in Berlin und Schwerin zusammen, um die Ergebnisse zu analysieren und die nächsten Schritte abzustecken. Ministerpräsident Erwin Sellering, dessen SPD trotz spürbarer Stimmenverluste die Wahl mit 30,6 Prozent erneut gewonnen hat, wird zunächst an einer Präsidiumssitzung der Bundespartei teilnehmen. Für den Abend ist dann eine Vorstandssitzung in Schwerin geplant. Es wird erwartet, dass sich die SPD-Landesspitze für Sondierungsgespräche mit CDU und Linken aussprechen wird.

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Sellering hatte noch am Wahlabend die entscheidenden Kriterien für die Wahl des Koalitionspartners genannt: "Wie viel wird mitgetragen an sozialdemokratischen Inhalten. Und, wie verlässlich und wie konstruktiv sind die Menschen, mit denen man zu tun hat", sagte er. Seit zehn Jahren regiert die SPD im Nordosten mit der CDU, zuvor hatte sie acht Jahre lang mit der Linken ein rot-rotes Bündnis gebildet. Eine Zusammenarbeit mit der AfD, die neu in den Landtag einzog, hatten die anderen Parteien im Wahlkampf ausgeschlossen.

Die Wirtschaft im Land machte bereits deutlich, dass sie auf eine Fortsetzung der Koalition von SPD und CDU setzt. Die große Koalition habe "im Grundsatz vernünftige Arbeit" gemacht, erklärte die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern.

AfD nun in 9 Landesparlamenten

Bei den beiden potenziellen SPD-Regierungspartnern, die ihre bislang schlechtesten Resultate bei Landtagswahlen im Nordosten erzielten, geht das Wundenlecken weiter. Führende Vertreter von CDU und Linke wollen am Mittag aber auch berichten, welche Konsequenzen aus dem klaren Verfehlen der Wahlziele gezogen werden sollen. Für die CDU wird Landesparteichef und Innenminister Lorenz Caffier vor die Presse treten. Die CDU musste in der politischen Heimat von Kanzlerin Angela Merkel erstmals in einem Bundesland die rechtspopulistische AfD an sich vorbeiziehen lassen.

Die AfD war auch die einzige Partei mit Stimmenzuwachs. Aus dem Stand wurde sie zur zweitstärksten Kraft im Landtag. Für sie wird der Co-Vorsitzende Matthias Manthei sprechen, der am Sonntag eines von insgesamt drei Direktmandaten für die AfD geholt hatte. Rund ein Jahr vor der Bundestagswahl ging die Erfolgsserie der AfD weiter. Sie sitzt nun in 9 der 16 Landesparlamente.

Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge kam die SPD auf 30,6 Prozent der Stimmen und stellt künftig 26 Abgeordnete. Danach folgt die neu angetretene AfD, die 20,8 Prozent erzielte und damit 18 Sitze im Landtag errang. Als nur noch drittstärkste Kraft kam die CDU auf 19,0 Prozent, was für 16 Mandate reicht. Die Linke fiel auf 13,2 Prozent und kann damit künftig noch 11 Politiker im Parlament stellen. Die Grünen gehören mit 4,8 Prozent dem Landtag nicht mehr an, ebenso die rechtsextreme NPD mit 3,0 Prozent. Die FDP verfehlte mit ebenfalls 3,0 Prozent die Rückkehr ins Parlament. Die Wahlbeteiligung stieg auf 61,6 Prozent.

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