Nach Fund verunreinigter Futtermittel:

Sperre für Millionen von Bio-Eiern

Weil mehrere Erzeuger von Bio-Eiern über Wochen hinweg verunreinigte Futtermittel verabreichten, dürfen sie ihre Produkte nicht mehr weiter unter dem Bio-Label verkaufen. Betroffen ist auch einer der größten Lieferanten Deutschlands.

Bio-Eier aus dem Hofladen der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof GmbH in Finkenthal.
Bernd Wüstneck Bio-Eier aus dem Hofladen der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof GmbH in Finkenthal.

Das Landwirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern hat mit sofortiger Wirkung den Vertrieb von Bio-Eiern aus mehreren Produktionsstätten im Land verboten. Betroffen sind 13 der 14 zum Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof vereinten Unternehmen. Grundlage des Vermarktungsverbots sind Proben von mit Pestiziden verunreinigten Futtermittel. Diese hatten die Unternehmen offenbar über mehrere Wochen hinweg an ihre Legehennen verfüttert.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich ob der Verarbeitung verunreinigter Futtermittel verärgert. "„Ich bin maßlos enttäuscht von dieser Entwicklung, dass ein Lebensmittelproduzent seiner Verantwortung im Umgang mit Futter- und Lebensmitteln nicht vollumfänglich gerecht wurde", erklärte Backhaus. Er appellierte an alle Lebensmittelerzeuger im Land, Lieferungen sorgfältig zu kontrollieren.

Mit dem Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof ist einer der führenden Produzenten von Bio-Eiern in Deutschland von dem Vermarktungsverbot betroffen. Die rund 300000 Bio-Hennen des Unternehmens legen täglich mindestens 250000 Eier. Der Wegfall des Bio-Zertifikats bedeutet für Fürstenhof massive finanzielle Verluste. Verbraucher müssen sich indes keine Sorgen machen. Laut Landwirtschaftsministerium lag zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitsgefährdende Belastung der Eier vor.

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Kommentare (1)

Der erneute Nahrungsmittelskandal, diesmal um „verunreinigte“ Bio-Eier, ist auch diesmal die vorhersehbare Konsequenz einer verfehlten Agrarpolitik, verantwortungslosen Nahrungsmittelherstellung, vom Erzeuger bis zur Fertigung, und eines fehlgesteuerten Verbraucherverhaltens. Die Wurzel allen Übels ist die allgegenwärtige Gier, auf der unser Glaube an ein unbegrenztes Wachstum in allen Lebensbereichen aufgebaut ist. Noch nie in der Menschheitsgeschichte stand so reichlich Nahrung zur Verfügung, auch wenn dieses Angebot global nicht gerecht verteilt ist. Aber gerade dort, wo sie im Überfluss produziert, vermarktet und konsumiert wird, ist die Volksgesundheit besonders stark beeinträchtigt und kann nur mit einem immer größeren und kostenintensiveren medizinischen Aufwand in Schach gehalten, auf keinen Fall aber verbessert werden. Der Kreislauf des gierigen Irr-Sinns kann nur dann wachsen und immer schneller rotieren, wenn wider die Natur gehandelt wird. Nur mit einer un-natürlichen „Produktion“ tierischer Nahrungsmittel ist diese politisch gewollte Gier nach Immer-Mehr zu befriedigen. Das heißt über - nur unter Einsatz von Chemikalien und Medikamenten mögliche - massenhafte Tierhaltung werden tierische Produkte erzeugt, die, zwangsläufig chemisch belastet, fast überall – ob deklarationspflichtig oder nicht – eingesetzt oder direkt verzehrt werden. Sie fügen nachweislich unserer Gesundheit massiven Schaden zu und sind maßgeblich an der Ursache nahezu aller Erkrankungen beteiligt, die fälschlicherweise immer noch als schicksalhaft oder genetisch bedingt hingenommen werden. Dieser Gier wegen nehmen der Bürger und ihre politischen Entscheidungsträger wider besseres wissenschaftliches Wissen in Kauf, dass die Menschen im Durchschnitt zwar älter werden, aber immer jünger krank, sehr oft schwer krank, sodass die Volkswirtschaft durch immens wachsende Kosten für eine medizinische Versorgung und Erkrankungsausfall belastet wird. Dabei gäbe es genügend Gesundheit erhaltende Alternativen, ohne Verlust von Genuss und mit mehr Vielfalt. Es besteht auf allen politischen und gesellschaftlichen Ebenen ein hoher Überzeugungs-, Beratungs- und Handlungsbedarf, was an der derzeit noch als „gesund“ verordneten Kindergarten- und Schulspeisung sehr anschaulich belegt werden kann.