Übergriff auf Kinder:

Streit um Umgang mit dem Spaßbad-Grapscher

Ein junger Flüchtling soll bereits mehrfach wegen sexueller Übergriffe aufgefallen sein - zuletzt im Erlebnisbad Wismar. Nun dreht sich bei den Ermittlungen alles um eine entscheidende Frage.

Im Wismarer Erlebnisbad soll der Tatverdächtige zwei Mädchen sexuell belästigt haben.
Felix Kästle/Symbolbild Im Wismarer Erlebnisbad soll der Tatverdächtige zwei Mädchen sexuell belästigt haben.

Nach der Aufhebung des Haftbefehls gegen einen jungen Syrer, der in einem Spaßbad in Wismar zwei Kinder sexuell belästigt haben soll, prüft die Staatsanwaltschaft Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Amtsgerichts. Das sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin am Dienstag. Die Anklagebehörde hatte den Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr beantragt, denn der Mann soll bereits im Februar eine 14-Jährige für sexuelle Handlungen bezahlt haben.

Allerdings hatte der Flüchtling, der nach Erkenntnissen der Ermittler 19 Jahre alt ist, vor dem Haftrichter erklärt, er sei erst 1999 geboren und damit noch nicht volljährig. Sollte dies zutreffen, erklärte der Behördensprecher, wäre die Sache mit der 14-Jährigen keine strafbare Handlung. Das Amtsgericht Wismar habe bei der Anhörung des Beschuldigten dem jungen Mann geglaubt und den zuvor nach Aktenlage verhängten Haftbefehl wieder aufgehoben. Die Staatsanwaltschaft will dem Sprecher zufolge nun versuchen, das wahre Alter des Mannes herauszufinden.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hatte nach dem Zwischenfall in dem Spaßbad gefordert, die strafrechtlichen Möglichkeiten zügig und in vollem Umfang auszuschöpfen. „Wer das Asylrecht nach dem Grundgesetz in Anspruch nehmen möchte, muss auch alle anderen Artikel des Grundgesetzes respektieren“, hatte er am Montag erklärt. „Und dazu gehört eben auch, dass der Mann nicht über der Frau steht, und dazu gehört selbstverständlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung.“

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