Keine Vogelgrippe-Gefahr mehr:

Stallpflicht landesweit aufgehoben

Monatelang hielt der Vogelgrippe-Erreger H5N8 die Geflügelzüchter in Mecklenburg-Vorpommern in Atem. Tausende Tiere in betroffenen Beständen mussten getötet werden. Andere wurden in Ställe verbannt. Jetzt scheint die Gefahr vorbei zu sein.

Er darf bald wieder ins Freie. Die Stallpflicht wird zum 28. Februar aufgehoben.
Jens Büttner Er darf bald wieder ins Freie. Die Stallpflicht wird zum 28. Februar aufgehoben.

Das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N8 stellt nach Einschätzung des Agrarministeriums keine unmittelbare Gefahr mehr für Mecklenburg-Vorpommern dar. Selbst in Risikogebieten - zum Beispiel an Rastplätzen von Wasservögeln - wird die Stallpflicht zum 28. Februar aufgehoben, wie das Ministerium am Mittwoch in Schwerin mitteilte. "Wir haben keine aktuellen Nachweise von H5N8 mehr finden können", sagte Minister Till Backhaus (SPD) am Mittwoch in Schwerin. Er sei froh, dass das Aufstallgebot landesweit aufgehoben werden könne und hoffe, dass das Land nun frei von der Geflügelpest bleibe. Er appellierte dennoch an die Halter, die Hygienevorschriften auch weiterhin einzuhalten.

Erstmals war H5N8 Anfang November 2014 in einem Putenmastbestand in Heinrichswalde bei Ueckermünde aufgetreten. Es war der erste Geflügelpest-Ausbruch durch den bis dahin nur aus Asien bekannten Subtyps in Europa. Mehr als 30 000 Tiere mussten getötet werden. Weitere Ausbrüche gab es im Januar im Rostocker Zoo und in zwei kleinen Geflügelhaltungen in Anklam.

Keine neuen H5N8-Nachweise bei Zugvögeln

Am Mittwoch wurde das Beobachtungsgebiet in Anklam aufgehoben. "Das bedeutet, dass sämtliche Restriktionsgebiete in Folge von Geflügelpestausbrüchen in Hausgeflügelbeständen und die damit verbundenen Beschränkungen nach der Geflügelpest-Verordnung aufgehoben sind", sagte Backhaus.

Vogelgrippe-Viren kommen bei Wildvögeln vor. Trotz des bevorstehenden Frühjahrsvogelzugs schätzen Experten nach den Worten von Backhaus die Gefahr einer Einschleppung nur als mäßig ein. In den Überwinterungsgebieten der Zugvogel-Populationen, die für Mecklenburg-Vorpommern infrage kommen, seien derzeit keine neuen H5N8-Nachweise bekannt, hieß es.

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