Rock gegen Rechts:

Staraufgebot beim "Forstrock"

Erst Anklam, jetzt Jamel: Zum alljährlich stattfindenden „Forstrock“ kommen inzwischen auch prominente Musiker auf den Forsthof von Birgit und Horst Lohmeyer nach Jamel. Das zweitägige Festival gilt als politisches Zeichen gegen die Dominanz, die Neonazis im Ort ausüben wollen.

Das Künstlerpaar Horst und Birgit Lohmeyer organisiert das Festival "Jamel rockt den Förster". Es haben sich wieder viele bekannte Künstler angekündigt.
Jens Büttner Das Künstlerpaar Horst und Birgit Lohmeyer organisiert das Festival "Jamel rockt den Förster". Es haben sich wieder viele bekannte Künstler angekündigt.

Die Aktion der Punk-Band Feine Sahne Fischfilet gemeinsam mit Rapper Marteria und Campino von den Toten Hosen am Dienstag in Anklam war ein voller Erfolg. Überhaupt kommt die Veranstaltungsreihe "Noch nicht komplett im Arsch" der Band, die sich gegen Rechts engagiert, vor der anstehenden Landtagswahl gut an. Die Musiker sind nicht die einzigen im Land, die mit Konzerten gegen rechtsradikale Tendenzen aufbegehren wollen. Das Ehepaar Lohmeyer, das in Jamel (Kreis Nordwestmecklenburg) lebt, erzeugt mit dem Festival "Jamel rockt den Förster" bereits seit einigen Jahren großes Aufsehen.

Nach den Toten Hosen als Überraschungsgästen im Vorjahr verschaffen erneut hochkarätige Musiker und Bands dem Festival besondere Aufmerksamkeit. Für die zehnte Auflage des zweitägigen Musikfestes für Demokratie und Toleranz haben unter anderem der Sänger und Schlagzeuger Bela B. von den Ärzten sowie die Bands Fettes Brot und Madsen ihre Teilnahme angekündigt.

Die Initiatoren des Festivals, das Künstlerpaar Lohmeyer, das von Hamburg nach Jamel gezogen war, sieht sich seit Jahren Anfeindungen durch Neonazis ausgesetzt. Das knapp 40 Einwohner zählende Dorf bei Wismar gilt als Hochburg der rechten Szene in MV.

Auch Politiker haben zugesagt

Das Festival entstand als Reaktion auf Versuche, das für sein Engagement bereits mehrfach geehrte Ehepaar Lohmeyer wieder zu vertreiben. Neben Musiker unterstützen auch Politiker mit ihrer Teilnahme die Bestrebungen gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) als Schirmherrinn des Festivals hat ihre Teilnahme für Samstag angekündigt. Dann will auch Grünen-Politikerin Claudia Roth die Konzerte von Wolf Maahn, der Rapperin Sookee oder der Tequila & the Sunrise Gang besuchen.

Karten für die beiden Veranstaltungstage gibt es allerdings nicht mehr - die Veranstalter bitten auch, von spontaner Anreise ohne Ticket abzusehen. Stau am Eingang des kleinen Dorfes soll so vermieden werden.

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