Vor der Landtagswahl:

Starke AfD lässt rot-schwarze Mehrheit im MV wackeln

Viele Verlierer, ein Gewinner: Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern drohen den im Parlament vertretenen Parteien Verluste. Egal ob in Regierung oder Opposition. Nur die AfD schert aus.

Wer sitzt die nächsten fünf Jahre im Schweriner Schloss? Die Vorpommern und Mecklenburger entscheiden dies bei der Wahl am Sonntag.
Jens Büttner Wer sitzt die nächsten fünf Jahre im Schweriner Schloss? Die Vorpommern und Mecklenburger entscheiden dies bei der Wahl am Sonntag.

Es ist die spannendste Wahl seit den Wendejahren in Mecklenburg-Vorpommern: Zieht die AfD aus dem Stand als stärkste Kraft in den Landtag ein? Reicht es noch einmal für Ministerpräsident Erwin Sellering und seine SPD? Tritt Innenminister Lorenz Caffier als Landesvorsitzender zurück, wenn seine CDU hinter die AfD zurückfällt? Gelingt der rechtsextremen NPD zum dritten Mal der Einzug ins Parlament?

Morgen haben die 1,33 Millionen Bürger im Nordosten die Wahl: Mit ihren Kreuzchen bestimmen sie, welchen Weg Mecklenburg-Vorpommern in den kommenden fünf Jahren einschlägt. "Gehen Sie wählen! Verzichten Sie nicht auf Ihr gutes Recht! Sie geben Ihr Recht aus der Hand, wenn Sie aus Protest nicht zur Wahl gehen", appelliert auch Landeswahlleiterin Petersen-Goes. Wahlen seien die Grundpfeiler des demokratischen Gemeinwesens. Sie stellten sicher, dass alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht, sagte sie unter Hinweis auf die Verfassung des Landes.

Union steht vor neuem Tiefpunkt

Laut der letzten Umfrage könnte die CDU hinter die AfD zurückfallen. Nach der am Mittwoch veröffentlichten Insa-Umfrage im Auftrag des Politikmagazins "Cicero" kämen die Christdemokraten auf 20 Prozent. Das wäre ein neuer Tiefpunkt, nachdem die Union bei der Landtagswahl 2011 mit 23 Prozent ihr bislang schlechtestes Ergebnis erzielt hatte. Die AfD, die erstmals in Mecklenburg-Vorpommern antritt, legt in der Wählergunst weiter zu und erreicht demnach 23 Prozent. Die SPD stabilisiert sich bei 28 Prozent. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren war sie mit 35,6 Prozent klarer Sieger. Eine Fortsetzung der SPD/CDU-Regierung in Schwerin wäre dieser Umfrage zufolge nur mit ganz knapper Mehrheit möglich, gleiches gilt für Rot-Rot-Grün.

Die Linke kommt in der Umfrage auf 15 Prozent. Die Grünen müssen mit sechs Prozent um ihren Verbleib im Landtag bangen. FDP und NPD würden mit jeweils zwei Prozent an der Fünf-Prozent-Sperrklausel scheitern.