Brücke über die Peene:

Startschuss für Neubau fällt 2017

Es geht voran in Sachen Wolgaster Ortsumgehung: Noch dieses Jahr sollen die ersten Anträge gestellt werden – was allerdings auch heißt, dass erst 2017 losgebaut wird. Immerhin: Inzwischen gibt‘s erste Bilder der neuen Brücke über den Peenestrom.

Die neue Brücke, die über den Peenestrom gebaut werden soll. Rechts oben im Bild ist die alte Überführung zu sehen.
DEGES Die neue Brücke, die über den Peenestrom gebaut werden soll. Rechts oben im Bild ist die alte Überführung zu sehen.

Wolgast. Es sind wohl mal wieder die Umweltschützer, die maßgeblichen Einfluss auf die Gestaltung der neuen Brücke haben, die das Herzstück der neuen Wolgaster Ortsumgehung werden soll: Weil eine Schrägkabelbrücke mit ihren hohen Pfeilern zu Störungen im dortigen „Flora-Fauna-Habitat“ führen würde, bevorzugen die Planer nun eine sogenannte Extradosed-Brücke. Bei dieser noch relativ jungen Bauform, auf die sich die Behörden nun geeinigt haben, verlaufen die Brückenkabel so, dass die Pfeiler nicht so hoch werden müssen - so wird die Brücke optisch nicht allzu präsent im Stadtbild.

Idee mit höheren Pfeilern ist vom Tisch

Frühere Planungen sahen für die einige hundert Meter lange Brücke eine Bogen-Konstruktion vor oder eine Brücke mit deutlich höheren Pfeilern, doch diese Ideen sind inzwischen wieder vom Tisch: Durch die jetzt geplante Konstruktion soll die Brücke diskreter wirken – und weniger kosten. Außerdem soll sie das Landschaftsbild nicht zu sehr beeinträchtigen – Voraussetzung, damit überhaupt gebaut werden darf.

Das Bauwerk soll die neue Straße über den Peenestrom führen, die endlich Schluss machen soll mit dem Verkehrschaos in der Wolgaster Innenstadt, das jedes Jahr Tausenden Urlaubern einen Teil ihrer Urlaubs-Erholung gleich vor Ort wieder abnimmt. Bis zu 30 000 Fahrzeuge queren in der Hochsaison täglich die Stadt – und quälen sich vor allem durch einen Engpass am Rande der Wolgaster Altstadt, der nach heutigen Maßstäben eigentlich viel zu eng ist für eine zweispurige Straße. Stundenlange Staus sind die Folge.

Doch das soll alles der Vergangenheit angehören: Die 6,5 Kilometer lange neue Straße soll westlich von Wolgast an der Kreuzung mit der bisherigen nördlichen Umgehungsstraße beginnen und hinter Mahlzow wieder auf den alten Verlauf der B111 zurückführen. 70 Millionen Euro soll das alles kosten - das sieht zumindest die letzte Zahl vor, die die staatliche Planungsgesellschaft Deges vor einigen Monaten veröffentlicht hat.

Der überwiegende Teil des Geldes soll vom Land kommen – und dafür muss das Vorhaben in den „Bundesverkehrswegeplan“ aufgenommen werden, der derzeit vom Verkehrsministerium und von den Parlamentariern im Bundestag bearbeitet wird. Die Liste regelt, welches Projekt wann an die Reihe kommt – und nur eine Platzierung im ganz vorderen Bereich würde sicherstellen, dass in den nächsten Jahren auch wirklich Geld fließt für die Umgehung. Um genau zu sein: 2017. So lange wird es nämlich garantiert noch dauern, bis in Wolgast dann auch wirklich gebaut wird.

Zwei Jahre Bauzeit sind geplant

Bis 2015 dürfte das Planfeststellungsverfahren dauern, eine Art Vorab-Bauantrag. In 2016 würden die Aufträge ausgeschrieben und vergeben – und von 2017 bis 2019 würde dann gebaut. Wobei die Zahlen mit Vorsicht zu genießen sind: 2005 hieß es beispielsweise, die Umgehungsstraße solle bis 2011 fertig sein – doch Pustekuchen! Jetzt stehen die Zeichen aber besser – glaubt zumindest Wolgasts Bürgermeister Stefan Weigler: „Dieses Mal ziehen Land und Bund an einem Strang und ich habe wirklich den Eindruck, dass wir auf die Jahreszahlen, die jetzt prognostiziert werden, auch vertrauen können.“ Und auch Vorpommerns Bundestags-Abgeordneter Matthias Lietz (CDU) gibt sich optimistisch: „Der Verkehrswegeplan ist eines der ersten Themen, die wir beraten und verabschieden werden, wenn die neue Regierung steht.“

Gerüchten zufolge soll der Planungsprozess für die Wolgaster Straße übrigens dadurch beschleunigt worden sein, dass Landes-Wirtschaftsminister Harry Glawe um die Jahreswende 2012/13 einmal knapp drei Stunden im Usedomer Mega-Stau festsaß – und anschließend befand, so etwas dürfe es in „seinem“ Land nicht geben. Ob der Minister-Zorn nun wirklich der Anlass war, dass das Planfeststellungsverfahren noch in diesem Jahr ins Rollen kommen soll – „wichtig ist nur, dass sich jetzt wirklich etwas tut“, sagt Stefan Weigler.

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