Neue Grenzwerte treten 2014 in Kraft:

Stinker-Öfen droht das Aus

Schwarze Rauchwolken aus verrußten Schornsteinen sollen ab 2014 der Vergangenheit angehören. Neue Schadstoffgrenzen für Kachel- und Kaminöfen betreffen mehr als 100 000 Haushalte im Land.

Ein Feinstaubfilter kann dabei helfen, die ab 2014 geltenden Grenzwerte zu unterschreiten.
Martin Gerten Ein Feinstaubfilter kann dabei helfen, die ab 2014 geltenden Grenzwerte zu unterschreiten.

Die Heizsaison steht bevor, schon wird es für Besitzer von Kaminen und Kachelöfen ungemütlich. Noch bis Ende des Jahres haben sie Zeit, die Einhaltung der ab 2014 geltenden Schadstoffobergrenzen für Kamin- und Kachelöfen nachzuweisen. Wenn ihre Anlagen die Grenzwerte von 150 Milligramm Feinstaub und vier Gramm Kohlenmonoxid pro Kubikmeter Abgas überschreiten, werden Nachrüstungen oder gar Stilllegungen fällig. So ist es im Bundesimmissionsschutzgesetz 2 festgelegt worden.

Eine Neuerung, die Frank Richardt vom Hark Kaminstudio Neubrandenburg nicht wirklich überrascht. „Das Thema schwelt ja schon seit einigen Jahren, nun rücken die Fristen näher“, erklärt er. Auf Seiten der Hersteller habe man sich bereits darauf eingestellt. „Wir arbeiten schon lange an einer effektiveren Verbrennung des Holzes, so reduzieren wir Schadstoffe und sparen zugleich Rohstoffe“, meint der Fachmann. Zudem helfe ein Feinstaubfilter dabei, die ab 2014 geltenden Grenzwerte locker zu unterschreiten. Für bestehende Anlagen sieht Richardt indes kaum Möglichkeiten zum Nachrüsten. Die zu diesem Zweck angebotenen Systeme bezeichnet er als „sehr fragwürdig“ und mit rund 1300 Euro auch nicht ganz billig.

"Niemand muss die sofortige Stilllegung fürchten"

Um Beruhigung der Verbraucher bemüht sich indes Ingo Ziola, Landesmeister der Schornsteinfegerinnung MV. „Zunächst einmal gelten für bestehende Anlagen Übergangsfristen, niemand muss die sofortige Stilllegung fürchten“, erklärt Ziola. Laut Gesetz müssen Anlagen, die vor 1975 errichtet wurden, bis Ende 2014 nachgerüstet werden. Bis 2017 läuft die Frist für Kamine- und Kachelöfen, die zwischen 1975 und 1984 gebaut wurden. Zwischen 1985 und 1994 beziehungsweise nach 1995 errichtete Anlagen müssen bis 2020 respektive 2024 die Grenzwerte einhalten.

Die Zahl der betroffenen Haushalte in MV schätzt Ziola auf 100  000 bis 150  000. Sie müssten abwägen, ob eine Nachrüstung Sinn mache oder ein Neubau fällig werde. Für den Nachweis der Einhaltung der Grenzwerte sind im Übrigen die Verbraucher selbst verantwortlich. Sie müssen entweder ein Zertifikat des Herstellers nachweisen oder den Schadstoffgehalt ihrer Abgase durch den zuständigen Schornsteinfeger messen lassen.