Überschreitung der Grenzwerte:

Behörden lassen Müffelgas in Straathofs Saustall unbestraft

Das stinkt zum Himmel! Staatliche Kontrolleure stellen in der Schweinezuchtanlage Alt Tellin immer wieder den gleichen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz fest. Nur mit den Konsequenzen ist das so eine Sache.

Entsteht beim Schweinezüchten zu viel Ammoniak, müsste der Staat einschreiten – eigentlich.
Bernd Wüstneck Entsteht beim Schweinezüchten zu viel Ammoniak, müsste der Staat einschreiten – eigentlich.

Neue Leiden für den Schweinebaron Adrianus Straathof: Insgesamt acht Mal innerhalb von knapp zwei Jahren haben Veterinäre des Landkreises Vorpommern-Greifswald in der Zuchtanlage Alt Tellin eine Überschreitung des Gaskonzentrations-Grenzwertes gemessen. Bis auf zwei Anhörungen des Unternehmens erfolgten allerdings keinerlei Sanktionen.

Das geht aus Antworten des Agrarministeriums in Schwerin auf zwei Parlamentarische Anfragen der oppositionellen Linken und Grünen hervor, die dem Nordkurier vorliegen. Der ohnehin schon bestialische Ammoniakgestank in solchen Anlagen und in der Umgebung wird durch die Grenzwertüberschreitung also noch einmal verstärkt. Hinzu kommt, dass Ammoniak für eine Zunahme von gesundheitsschädlichem Feinstaub sorgt, so Experten des Bundesumweltamtes.

Zweifel an den Kontrolleuren

Auch neun Verstöße gegen die Tierschutztransportverordnung  sind in der langen Mängelliste zu finden. Sanktionen? Wieder Fehlanzeige, bis auf eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro und eine Anhörung.

Fraglich scheint auch, wie es um die fachliche Qualifikation der Kontrolleure und des Agrarministeriums bestellt ist. Sie listen Verstöße gegen die Paragrafen 26, 28 und 30 auf, die es aber gar nicht gibt. Die Verordnung endet bei Paragraf 24. Möglich ist eine Verwechslung. Gemeint könnte die Tierschutznutztierhaltungsverordnung sein.

Ein Sprecher des von Till Backhaus (SPD) geführten Agrarministeriums verwies am Mittwochabend darauf, dass die Gas-Grenzwertverstöße an verschiedenen Stellen in der Anlage und zu verschiedenen Zeiten festgestellt wurden. Auch gebe es Probleme mit der Steuerungstechnik.

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Kommentare (1)

Der Fall Straathof beweist zwei Binsenweisheiten: 1. Skrupellosigkeit gegenüber und Ausbeutung von Tieren geht nahtlos über in hemmungslose Rücksichtslosigkeit gegenüber sowie schonungslose Ausbeutung von Menschen. 2. Das 3-Affen-Prinzip "nichts hören, nichts sehen, nichts sagen" wird von Beamten beherrscht; sie spielen nur allzu oft Beamtenmikado (Wer sich zuerst bewegt, der hat verloren. (Achtung: Ausnahmen bestätigen die Regel.) Es wird Zeit, daß Verwaltungsbeamte von ihren Arbeitgebern ebenso guten juristischen Beistand erhalten, wie er von Massentierhaltern wie Straathof engagiert wird. Außerdem ist unverzichtbar, daß Staatsanwaltschaften und Richter konsequent mit drastischen Strafen dem Recht Geltung verschaffen!