Straftäter überrumpelte seine Bewacher:

Gefährlicher Mann noch immer auf der Flucht

Trotz starker Sicherheitsvorkehrungen ist am Montag ein Psychiatrie-Insasse entkommen. Bislang fehlt noch jede Spur von dem gefährlichen Mann. Die Polizei sucht weiter mit Hochdruck nach ihm.

Der Gesuchte Ralf J.
Bernd Wüstneck Der Gesuchte Ralf J.

Er überwältige seine Pfleger beim Arztbesuch machte sich aus dem Staub: Ein als gefährlich  eingeschätzter Straftäter der Forensischen Psychiatrie aus Rostock ist am Montagmorgen bei einem Aufenthalt in der HNO-Universitätsklinik geflohen. Nach Angaben der Polizei wird auch am Mittwoch weiter mit einem Großaufgebot nach dem 49-Jährigen Mann gesucht. Bei der Fahndung sind neben mehreren Dutzend Schutz- und Kripobeamten auch ein Hubschrauber sowie Fährtenhunde eingesetzt worden - bislang allerdings ohne Erfolg. Die Ermittler konzentrierten sich jetzt vor allem auf das Umfeld des Mannes, der vor seiner Verurteilung lange Jahre in Rostock gelebt hatte.

Der etwa zwei Meter große Mann war laut Angaben des Sozialministerium nach seiner Verurteilung wegen schweren Raubes und Körperverletzung im sogenannten Maßregelvollzug in der geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Mit seinen Pflegern fuhr er am frühen Montagmorgen zur Behandlung in die HNO-Klinik. Dort soll er seine Bewacher überwältigt und gefesselt haben.

Die genauen Umstände der Flucht sind aber noch nicht vollständig aufgeklärt. Bei Arztbesuchen werden im Regelfall sehr starke Sicherungsmaßnahmen angewendet, teilte der Ministeriumssprecher mit. Auch im aktuellen Fall „hat es auf keinen Fall irgendwelche Lockerungen gegeben.“

Bereits 2013 war einem Insassen die Flucht gelungen

Bei seiner Flucht trug der 49-Jährige eine graugrüne Jacke und blaue Jeans. An seinen Unterarmen und auf dem rechten Handrücken hat er auffällige Narben. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, den Straftäter anzusprechen oder aufzuhalten. Wer ihn sieht, sollte sofort den Polizei-Notruf wählen.  

Im sogenannten Maßregelvollzug sind schuldunfähige und vermindert schuldfähige Täter untergebracht, die wegen einer psychischen Erkrankung behandlungsbedürftig sind. Der Aufenthalt in der Forensischen Psychiatrie ist zunächst einmal unbefristet. In den drei forensischen Kliniken in MV (Rostock, Stralsund und Ueckermünde) waren im Jahr 2014 rund 137 Patienten untergebracht.

Bereits im September 2013 war einem 37-jährigen Insassen des Maßregelvollzugs in Rostock trotz gefesselter Hände bei einem Arztbesuch die Flucht gelungen. Der Mann konnte nach achtstündiger Suche am Hauptbahnhof gefasst werde. Die Klinik hatte nach dem Vorfall Konsequenzen angekündigt. Die Anweisungen für die Fesselung der Insassen seien präzisiert worden, teilte der für die Sicherheit in der Einrichtung zuständige Leiter gegenüber dem Nordkurier mit. Außerdem würden als besonders gefährlich geltende Patienten seitdem stärker kontrolliert.

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