Umweltrüpel verärgern Kommunen:

Strandbesucher lassen haufenweise Müll zurück

Grillabende und Feiern am Strand sind in der Region beliebt. Doch nicht jeder Partytrupp hält sich an die Benimmregeln. Putztrupps müssen nach der Saison containerweise Müll einsammeln. 0

Kommunale Putztrupps: Müll gehört in eine Tonne und nicht auf den Strand.
Martin Gerten Kommunale Putztrupps: Müll gehört in eine Tonne und nicht auf den Strand.

An einem lauen Sommerabend gemütlich am Wasser grillen – in Mecklenburg-Vorpommern mit zahlreichen Seen und der Ostseeküste vor der Tür bietet sich das regelrecht an. In den vergangenen Monaten haben viele Menschen in der Region das schöne Wetter genutzt und ihre Treffen und Partys ins Freie verlegt. Nur bleibt am Morgen oft ein bitterer Nachgeschmack. Nicht jeder Partytrupp verlässt den Grillplatz so, wie er ihn vorgefunden hat.Besonders im Neubrandenburger Augustabad am Tollensesee hatten die „Strandputzer“ in diesem Sommer alle Hände voll zu tun. Bereits das dritte Jahr ist die Firma von Ricardo Stange mit der Reinigung der Strandbäder und der Uferpromenade in Neubrandenburg beauftragt.

Von Jahr zu Jahr werde es mehr Müll, der auf dem Boden statt im Papierkorb landet, stellt der Inhaber fest. Besonders schlimm sei es während der Sommerferien. „In diesen sechs Wochen haben wir jeden Tag drei bis fünf Kubikmeter Müll weggeräumt“, sagt Ricardo Stange. Mehr als einen Müllcontainer haben er und seine Mitarbeiter also täglich entsorgt. Dabei handelt es sich nicht immer nur um Papier oder Plastik, selbst Sofas und Sessel haben sie schon wegräumen müssen. „Da wird häufig großer Aufwand betrieben für einen gemütlichen Abend.“ Besonders ärgert es Ricardo Stange aber, wenn er kaputte Flaschen findet, deren Einzelteile auf den Spielplätzen oder am Ufer verstreut liegen. „Da kriegen wir auch nicht bei mehrmaligem Harken alle Scherben raus“, so Stange.

Diesen Anblick kennt man auch in der Gemeinde Feldberg. Hier finden die zuständigen Reinigungskräfte morgens an den zahlreichen Badestellen ebenso wilde Feuerstellen und Müll aller Art. Gerade bei schönem Wetter häufe sich das natürlich, erklärt. Reiner Stöhring, Sachgebietsleiter Ordnungs- und Umweltverwaltung. Er empfinde genauso „völliges Unverständnis für Zeitgenossen, die offenbar bewusst Scherben im Badebereich oder im Wiesen- und Buddelbereich am Ufer zurücklassen“. An der Müritz sind die Urlauber und Einheimischen da offenbar disziplinierter. In Waren kennt man solche Probleme mit wild entsorgtem Müll kaum. „Wenn der Papierkorb voll ist, landet auch mal was daneben“, sagt Sachgebietsleiterin Gabriele Daedelow. Ansonsten klappe es gut mit der Müllentsorgung.

In Verchen am Kummerower See sieht es ähnlich aus. Bürgermeisterin Petra Kasch freut sich über ein schönes sauberes Dorf. Allerdings stellt sie fest, dass die Urlauber für ihren Hausmüll häufig die öffentlichen Papierkörbe benutzen – das geht so nicht.

An der Ostsee-Küste des Landes gab es in diesem Sommer keine großen Müllberge. In Ückeritz auf der Insel Usedom habe man zwar die eine oder andere verbotene Feuerstelle am Strand gefunden, erklärt Reno Reifert, Leiter der Kurverwaltung. „Da lagen dann ein oder zwei Bierflaschen daneben.“ Solche Dimensionen wie in Neubrandenburg hat die Verschmutzung aber noch nicht erreicht.

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