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Streiks sorgen für Schulausfall in MV

An Hunderten Schulen in MV droht der Unterricht auszufallen, weil die Lehrer ab Wochenmitte streiken wollen. Für Grundschüler soll es aber eine Not-Betreuung geben.

In Berlin wird bereits am Dienstag gestreikt. In MV soll es am Mittwoch soweit sein.
Kay Nietfeld In Berlin wird bereits am Dienstag gestreikt. In MV soll es am Mittwoch soweit sein.

An etwa 110 staatlichen Schulen in Neubrandenburg und dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ist Mittwoch mit Unterrichtsausfall zu rechnen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat etwa 2500 angestellte Lehrer, Erzieher und Beschäftige der Hochschule Neubrandenburg zu einem Warnstreik aufgerufen und für Mittwochvormittag eine zentrale Kundgebung in Altentreptow angekündigt.
Diese Schulen sind in Demmin betroffen >>

Laut Lehrergewerkschaft sind aufgrund der Warnstreiks komplette Schulschließungen nicht auszuschließen. „Eltern sollten im Vorfeld bei der Schule nachfragen“, riet eine GEW-Sprecherin. Welche Einrichtungen von Arbeitsniederlegungen konkret betroffen sein werden, ist auch dem Bildungsministeriums nicht bekannt. „Wir dürfen aus arbeitsrechtlichen Gründen nicht abfragen, welche Schulen bestreikt werden“, erklärte ein Ministeriumssprecher. Für den Fall von bis zu eintägigem Unterrichtsausfall an den vom Warnstreik betroffenen Schulen hat das Bildungsministeriums Notdienste zur Betreuung angekündigt. Grund- und Förderschüler sollen dann an ihren Schulen im Wesentlichen von verbeamteten Lehrern beaufsichtigt werden. Notdienste an weiterführenden Schulen seien nicht erforderlich und könnten auch nicht angeordnet werden.

Im Notfall dürfen Eltern auf der Arbeit fehlen

Bleibt die Schule wegen eines Streiks der Lehrer geschlossen, dürfen Eltern notfalls bei der Arbeit fehlen. Zunächst müssen sie aber versuchen, eine Ersatzbetreuung für ihr Kind zu finden. Darauf weist der Arbeitsrechtler Andreas von Medem hin. Gelingt ihnen das nicht, sollten sie so schnell wie möglich dem Arbeitgeber Bescheid geben und erklären, warum sie nicht kommen können. Mit einer Abmahnung oder gar Kündigung müssen sie nicht rechnen. „Natürlich kommt es auch auf das Alter des Kindes an“, schränkt von Medem ein. Bei einem Schüler der Oberstufe sehe der Fall anders aus als bei einem Grundschulkind.

Im bundesweiten Tarifstreit des öffentlichen Dienstes sind in MV ab Wochenmitte insgesamt 10 000 Lehrer zu Warnstreiks aufgerufen. Am Donnerstag sollen nach GEW-Angaben rund 190 öffentliche Schulen in Vorpommern bestreikt werden. Einen Tag später wollen die Beschäftigten an etwa 310 weiteren Bildungsstätten im Land die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaften fordern für Angestellte im öffentlichen Dienst unter anderem 5,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 175 Euro mehr, sowie eine verbindliche Übernahme der Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung.

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