Wieder im Handel:

Streit um Bio-Eier geht weiter

Knapp vier Wochen nach der Vollsperrung dürfen nun wieder die ersten Eier aus Fürstenhof-Ställen als Bio verkauft werden. Kritikern geht das zu schnell.

Der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof bringt wieder Bio-Eier in den Handel.
Bernd Wüstneck Der Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof bringt wieder Bio-Eier in den Handel.

Die ersten Betriebe des am 4.  Dezember mit einer Vermarktungssperre belegten Erzeugerzusammenschlusses Fürstenhof (EZ) dürfen wieder Bio-Eier verkaufen. Vom Ablauf der Sperre profitieren zunächst die Fürstenhof-Anlagen in Sponholz, Bresewitz und Finkenthal. Am kommenden Montag folgen weitere Betriebe, darunter mit der Ökofarm Groß Markow (Landkreis Rostock) auch die zweite Kükenfarm des EZ.

Während die Fürstenhof-Gesellschafter um Geschäftsführer Friedrich Behrens aufatmen dürften, gibt es auch kritische Stimmen. Laut Matthias Rackwitz, einem langjährigen Gegner großer Mastanlagen, sei die Vermarktungssperre vorzeitig und ohne nachvollziehbare Begründung beendet worden. Geltende EU-Verordnungen würden bei Verstößen und Unregelmäßigkeiten im Geflügelbereich zwingend eine sechswöchige Vermarktungssperre vorsehen. Fürstenhof hätte dementsprechend frühestens am 15.  Januar wieder Eier und Küken als Bio vermarkten dürfen, so Rackwitz.

Zertifizierungsstelle verteidigt sich

Tatsächlich äußerten sich dazu weder das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (Lallf) noch das Landwirtschaftsministerium des Landes. Von der für die Fürstenhof-Anlagen Erdegut und die Ökofarm Groß Markow zuständigen Zertifizierungsstelle „Ars probata“ hieß es, man habe sich nach den Vorgaben des Lallf gerichtet.

Ausgangspunkt des Streits und Anlass für die Vermarktungssperre war eine mit Pestiziden verunreinigte Lieferung von Sonnenblumenkuchen aus den Niederlanden. Mehr als 230 der insgesamt 4000 Tonnen großen Lieferung war an die EZ Fürstenhof geliefert worden. Dort wiederum war der Kuchen zu Mischfutter weiterverarbeitet und an die etwa 350  000 Legehennen des EZ verfüttert – mit Ausnahme der Gut Dahlwitz Ei GmbH.

Weil im Nachhinein gezogene Proben eine Belastung des Futters über mehrere Wochen hinweg ergaben, wurde eine Vermarktungssperre gegen 13 von 14 Betrieben des EZ Fürstenhof ausgesprochen. Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) warf den Gesellschaftern daraufhin vor, ihrer „Verantwortung im Umgang mit Futter- und Lebensmitteln nicht vollumfänglich gerecht“ geworden zu sein. Fürstenhof wehrte sich mit einem offenen Brief. 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung