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Strenge Auflagen für scharfe Waffen

Legal an Schusswaffen zu gelangen ist schwierig. Dafür lassen sich Bürger öfter eine andere Erlaubnis ausstellen.

Der Kleine Waffenschein boomt auch im Nordosten. Die Nachfrage hat sich mehr als verdoppelt.
Oliver Killig Der Kleine Waffenschein boomt auch im Nordosten. Die Nachfrage hat sich mehr als verdoppelt.

Was in den USA bisher von einer Mehrheit immer wieder abgelehnt wurde, ist in Deutschland Gesetz: Eine Schusswaffe darf nur derjenige legal sein Eigentum nennen, der eine Waffenbesitzkarte hat. In der Öffentlichkeit geführt werden darf die scharfe Waffe mit einem Waffenschein, der nur in Ausnahmefällen erteilt wird.

Schusswaffen spielen in der Kriminalität in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle: In Mecklenburg-Vorpommern wurde laut Polizeistatistik im vergangenen Jahr 31 Mal (2014: 20 Mal) bei Straftaten geschossen, in 27 Fällen (2014: 18) drohten die Täter damit.

Kleiner Waffenschein boomt

Einen Boom verzeichnet unterdessen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg der Kleine Waffenschein. Dieses Dokument erlaubt es seinem Besitzer, Schreckschuss- oder Reizgaspistolen in der Öffentlichkeit zu tragen. Antragsteller müssen volljährig und dürfen nicht vorbestraft sein. Alle drei Jahre ist eine Überprüfung vorgesehen.

Der Besitz von Schreckschusswaffen ist sogar ohne Erlaubnis gestattet. In MV haben rund 4000 Einwohner den Kleinen Waffenschein. Seit 2014 hat sich die Nachfrage mehr als verdoppelt. Behörden und Kriminalpsychologen rechnen diesen Anstieg, der vor den Kölner Übergriffen in der Silvesternacht begonnen hat, einem schwindenden Sicherheitsgefühl unter den Bürgern zu.