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Südbahn wird streckenweise zum Südbus

Die Bahnverbindung Malchow-Waren bleibt ganzjährig erhalten. Auf der Gesamtstrecke der Südbahn kommt es aber dennoch zu Einschränkungen wie Ersatzverkehr mit dem Bus.

Das Verkehrsministerium tritt bei seinen Kürzungsplänen zur Südbahn etwas auf die Bremse.
dpa Das Verkehrsministerium tritt bei seinen Kürzungsplänen zur Südbahn etwas auf die Bremse.

Entgegen dem ursprünglichen Vorhaben, die Teilstrecke von Malchow nach Waren nur noch während der Tourismus-Saison zu bedienen, wolle man nun doch wieder ganzjährig fahren. Das kündigte Verkehrsminister Volker Schlotmann (SPD) im Landtag an. Es bleibe aber dabei, auf dem Abschnitt von Malchow bis Parchim künftig einen Ersatzverkehr mit dem Bus einzurichten. In dessen Linie soll aber Plau am See aufgenommen werden, das nicht von der Südbahn angefahren wurde. Wer künftig indes von Waren nach Neustrelitz weiterreisen möchte, muss in den Regionalexpress von Rostock nach Berlin umsteigen. Am anderen Ende der Südbahn von Hagenow nach Parchim bleibt es beim Schienenverkehr. Die Änderungen sollen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 in Kraft treten. Die Ausdünnung der bislang durchgängig per Schienenverkehr bedienten Südbahn begründet das Ministerium mit der schwachen Auslastung und hohen Kosten.

Strecke sichert Mobilität der Anwohner

Zuvor war an der rot-schwarzen Mehrheit im Landtag ein Antrag der oppositionellen Linken gescheitert, laut dem der durchgängige Schienenverkehr erhalten bleiben sollte. Dies sei dringend nötig, denn die Strecke habe nicht nur eine große Erschließungsfunktion für das südliche MV. „Sie sichert auch die Mobilität der Menschen, die dort leben, und verknüpft die Regionen mit Berlin und Hamburg“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, Mignon Schwenke. Und während die Koalition sehenden Auges das Aus der Südbahn in Kauf nehme, bringe sie am selben Tag einen Antrag ein, der die Notwendigkeit einer Verkehrswende hin zu mehr öffentlichem Verkehr betone. Das sei, gelinde gesagt, widersinnig.

Bevölkerungsrückgang Grund für Sparpläne

Gerade aber den Bevölkerungsrückgang macht Minister Schlotman für die Sparpläne mit verantwortlich. „Wir müssen die knappen Mittel dort einsetzen, wo wir das meiste erreichen – beispielsweise für eine Taktverdichtung auf den Hauptstrecken“, machte er deutlich. Für die Erreichbarkeit kleiner Gemeinden und Dörfer werde der Bus künftig eine viel größere Rolle spielen. Dessen Einsatz zwischen Malchow und Parchim bringe der Region auch Vorteile, meinte der örtliche SPD-Landtagsabgeordnete Rudolf Borchert. So werde es zukünftig eine deutliche bessere Anbindung von Plau am See in die Müritzregion geben.

Busse keine "Dreckschleudern"

Der Bus koste bei seinem Einsatz zwischen Malchow und Parchim das Land 2,05 Euro pro Kilometer – der Einsatz einer Diesellokomotive zwischen 9 und 12 Euro, ergänzte Schlotmann. Ausgerechnet haben die Experten im Ministerium zudem, dass bei der durchschnittlichen Reiselänge von 28 Kilometern pro Passagier der Südbahn das Land jede Fahrkarte mit 26 Euro bezuschusst. Durch die Änderungen spare man nun etwas weniger als drei Millionen Euro ein. Bei den einzusetzenden Bussen handele es sich aber nicht um „alte Dreckschleudern“.