Mord an Joggerin Anna-Lena:

Tatverdächtiger soll mit DNA-Spuren überführt werden

Der gewaltsame Tod der Joggerin Anna-Lena hat im Sommer die Menschen erschüttert. Jetzt beginnt der Prozess gegen ihren mutmaßlichen Mörder.

Blumen, Kerzen und Schilder am Tatort
Markus Scholz Blumen, Kerzen und Schilder am Tatort

Drei Monate nach dem gewaltsamen Tod einer Joggerin aus Lübeck beginnt am Dienstag in Schwerin der Mordprozess gegen den 45-jährigen Tatverdächtigen. Dem ebenfalls aus Lübeck stammenden Angeklagten werden neben Mord auch versuchte sexuelle Nötigung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz zur Last gelegt.

Der Mann soll die 29-Jährige Anfang Juli in einem Waldstück zwischen Lübeck und der westmecklenburgischen Gemeinde Herrnburg überfallen haben, um sich an ihr zu vergehen. Als die Läuferin sich gegen den sexuell motivierten Angriff wehrte, hat sie der Mann nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft gezielt erstochen.

Sie verblutete noch am Tatort

Die 29-Jährige, die mit Mann und Kind in Italien lebte und ihre Eltern in Lübeck besucht hatte, war am Morgen des 7. Juli von ihrem Elternhaus aus in den nahen Wald gejoggt und dort angegriffen worden. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft stach der Mann der Frau nach dem misslungenen sexuellen Übergriff aus Frust und aus Angst vor Entdeckung mit dem Messer in den Hals. Den Ermittlungen zufolge war sie noch am Tatort verblutet. Passanten hatten die Leiche der Frau an der ehemaligen innerdeutschen Grenze entdeckt.

Der Tatverdächtige, der ganz in der Nähe der Eltern des Opfers wohnte, wurde vier Tage später festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Anklage stützt sich vor allem auf DNA-Spuren von Opfer und Angeklagtem, die an einem sogenannten Butterfly-Messer sichergestellt wurden. Die mutmaßliche Tatwaffe war Medienberichten zufolge einen Tag nach der Tat von einem siebenjährigen Jungen beim Spaziergang mit seiner Mutter in Tatortnähe entdeckt worden.

Der 45-Jährige Tatverdächtige war unter anderem schon wegen versuchter Vergewaltigung im Jahr 1989 in Lübeck zu einer Freiheitsstrafe von knapp drei Jahren verurteilt worden. Seine vorerst letzte Verurteilung liegt zehn Jahre zurück.

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