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Teilgeständnis nach tödlicher Messerattacke

Mit 23 Messerstichen soll ein Mann auf eine Bekannte eingestochen haben. Im Prozess beruft er sich auf Erinnerungslücken.

Der Angeklagte (links) soll mit 23 Messerstichen auf seine Lebensgefährtin eingestochen haben. Der 42-jährige Greifswalder muss sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten.
Martina Rathke Der Angeklagte (links) soll mit 23 Messerstichen auf seine Lebensgefährtin eingestochen haben. Der 42-jährige Greifswalder muss sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Im Verfahren um eine tödliche Messerattacke in Greifswald hat der 42-jährige Angeklagte am Freitag vor dem Landgericht Stralsund ein Teilgeständnis abgelegt. Der Mann gab an, dass es in der Wohnung seiner verstorbenen Mutter im November 2015 zwischen ihm und seiner 36-jährigen Lebensgefährtin zu einer Auseinandersetzung gekommen war. Er sagte, dass er sich an die Messerstiche selbst nicht erinnern könne, bot aber der Schwester der 36-jährigen Getöteten eine Entschuldigung an. Kein Mensch habe das Recht, einem anderen so weh zu tun, dass er sterbe, sagte er. Die Schwester, die als Nebenklägerin am Verfahren teilnimmt, lehnte eine Entschuldigung ab.

Laut Anklage hatte der Mann am 19. November mit 23 Messerstichen auf seine Bekannte eingestochen und sie gewürgt, nachdem es zu einem Streit gekommen war. Auslöser der Auseinandersetzung war offenbar ein Foto der Ex-Freundin des Angeklagten, das die Bekannte auf dessen Handy entdeckt hatte. Die Beiden hatten zuvor gemeinsam Alkohol getrunken. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor. Seine Fähigkeit, die Tat einzusehen, sei erheblich eingeschränkt gewesen, sagte der Staatsanwalt. Der 42-Jährige soll im Zustand der verminderten Schuldfähigkeit die Frau erstochen und gewürgt haben. Eine Messung seines Alkoholwerts ergab rund anderthalb Stunden nach der Tat einen Pegel von 2,6 Promille.

Die Getötete hinterlässt zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren. Die Kinder leben jetzt bei ihrem leiblichen Vater. Das Verfahren soll am 12. April fortgesetzt werden.