Blitz-Marathon:

Temposünder tappen in (Radar-)falle

Trotz großer Vorankündigung sind auch in unserer Region einige Raser beim Blitz-Marathon erwischt worden. Kurios: Im nordrhein-westfälischen Krefeld lief ein Lama in die Verkehrskontrolle.

Temposünder im Visier: An 202 Stellen in MV wird geblitzt.
Philipp Schulze Temposünder im Visier: An 202 Stellen in MV wird geblitzt.

„Und mein Mann hat mich heute morgen noch gewarnt“, sagt Liane Köhn und schüttelt den Kopf, „der wird sich köstlich amüsieren.“ Mit 45 Kilometer pro Stunde wurde die Fußpflegerin in der Karl-Liebknecht-Straße an der Grundschule Altentreptow gelasert. Erlaubt sind 30. „Ich bin gerade auf dem Weg zu einem Fußpflege-Termin und war total in Gedanken.“ Die Gedankenlosigkeit kostet die Frau aus Breesen 25 Euro Verwarnungsgeld.

Viele Raser einsichtig

Liane Köhn ist eine von denen, die der Polizei beim 24-Stunden-Blitz-Marathon in die (Radar-)Falle getappt sind.  Sie regt sich darüber aber nicht auf: „Es ist in Ordnung, dass sie Kontrollen durchführen. Eigentlich muss man ja immer damit rechnen.“  Viele Sünder seien einsichtig, sagt Polizeihauptkommissar Henry Wendel. Vor allem, wenn vor Kindergärten und Schulen geblitzt wird. Fünf Schnellfahrer gehen den Polizisten in einer Stunde ins Netz, davon vier Frauen. Die meisten sind berufstätig und gerade dienstlich unterwegs.

An 202 Stellen in ganz MV wurde von Donnerstag bis Freitagmorgen geblitzt und gelasert. Hunderte Polizisten waren im Einsatz - deutschlandweit fast 15 000 Polizisten an mehr als 8700 Stellen. Insgesamt wurden in unserer Region 151 Geschwindigkeitsüberschreitungen sowie ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und einmal Fahren unter Alkoholeinwirkung (mit 1,86 Promille auf dem Mofa) festgestellt.

Video ansehen? Besser nicht!

In und um Anklam war außerdem ein Videowagen unterwegs, um Raser auszubremsen. Mit modernster Technik wurde hier erst die Geschwindigkeit der Autofahrer gemessen und gleichzeitig auf Videokassette aufgezeichnet. Anschließend  stellten die Ordnungshüter die Temposünder zur Rede.  Nur wenige nahmen allerdings das Angebot an, sich den eigenen Verstoß anzuschauen. Wer nun aber glaubt, dass die Strafe auf dem Fuße folgte, der irrt. Zunächst müssen die Videoaufnahmen ausgewertet werden. Später bekommen die Raser dann einen Bußgeldbescheid mit der Post zugeschickt.

Auch Gurtmuffel werden gestoppt

Kaum aufgebaut, fuhr auch in Utzedel bei Demmin schon eine Autofahrerin in die „Blitzfalle“. Mit 62 km/h bei 50 erlaubten wurde sie angehalten. „Ich habe von der Kontrolle gewusst, aber in diesem Augenblick wohl etwas geträumt und nicht auf die Tachoanzeige geschaut“, gestand auch sie ein. Andere Autofahrer hielten sich exakt an die vorgegebenen 50 km/h, fuhren eher langsamer an diesem Tag. „Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass wir hier stehen“, sagte Polizeihauptmeister Ralph Jentze. Schon rollte ein Transporter an die Kontrollstelle. „Der Beifahrer ist nicht angeschnallt“, sah Ralph Jentze schon von weitem durch das Lasergerät. 30 Euro wurden fällig. Eine Warnung für das nächste Mal.

Auf der B 104 bei Malchin fuhren Autofahrer zwar langsam und vorsichtig, doch hier wurde wegen des schlechten Wetters nicht geblitzt. Mit Rücksicht auf die Technik entschieden die Polizisten, in Gädebehn zu bleiben.

Ein Lama rennt in den Blitzer

Kleine Anekdote am Rande: In Krefeld geriet ein Lama ins Visier der Tempokontrolleure. Das entlaufene Tier verhinderte dort eine Weile weitere Kontrollen, weil die Beamten alle Mühe hatten, das über Motorhauben springende Tier wieder einzufangen. Wie schnell das Lama war, wurde nicht bekannt.

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