Forschung an verschmelzenden Atomkernen:

Panne im Fusionsreaktor unterbricht Testreihe

In Greifswald hat anscheinend eine sonst harmlose Flüssigkeit ein milliardenschweres Experiment verzögert.

Im Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald soll die Verscmelzung von Atomkernen erforscht werden.
Jens Büttner Im Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik in Greifswald soll die Verscmelzung von Atomkernen erforscht werden.

Sie wollen erforschen, wie die Sonne funktioniert, doch jetzt hat ein Regenschauer den Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Wochenende musste ein Funktionstest für das Fusionsexperiment „Wendelstein 7-X“ vorübergehend unterbrochen werden, weil Wasser in einen Schaltkreis gelangt war, wie die Pressesprecherin des Institutes, Isabella Milch gestern auf Nachfrage des Nordkurier informierte. Der Start des Experiments noch in diesem Jahr sei dadurch jedoch nicht in Frage gestellt. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden.

Mit dem Projekt, das schon über eine Milliarde Euro gekostet hat, soll die Verschmelzung von Atomkernen erforscht werden. Ein Prozess, der den Abläufen auf der Sonne ähnelt. Für das Experiment auf der Erde ist allerdings ein starkes Magnetfeld nötig. Nach sieben Wochen erfolgreicher Tests sollten nun erstmals alle 70 supraleitenden Spulen des Reaktor gleichzeitig betrieben werden, hieß es aus Greifswald. Dafür bräuchte es eine Betriebsttemperatur von minus 270 Grad.

Durch den Defekt sei es zu einem Ausfall der Kälteanlage gekommen, wodurch sich die Spulen erwärmt und dadurch ihre supraleitenden Eigenschaften verloren hätten. In der Folge hätten die in dieser Woche geplanten Tests lediglich verschoben werden müssen.

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Kommentare (4)

Ob der Reporter richtig hingehört hat oder ob er schlichtweg verar.....t worden ist, kann ich von hier aus nicht beurteilen. Allerdings ist ein Schaltkreis ein elektronisches Bauteil, welches rundum vergossen ist, und in welches nicht einmal Luft gelangen kann. Daß ein Regenschauer verursachend gewesen sein soll, wirft allerdings ein Licht auf die Qualität der Dacheindeckung.

Klar, dass bei so unglaublichen Vorgängen angenommen wird, dass sich unser Reporter verhört haben könnte. Man möchte es einfach nicht für möglich halten, dass Regenwasser in so eine Anlage gelangt. Inzwischen wurde aber gegenüber mehrere Medien von Regenwasser gesprochen. Beste Grüße, Oliver Wunder, Nordkurier-Redaktion

Wie auch andere Medien (zum Beispiel der NDR) berichten, ist ein Stecker an einem Kühlturm durch Regenwasser nass geworden. Da Kühltürme normalerweise im Freien stehen, ist das ganz bestimmt unglücklich, aber doch nicht ganz so unglaublich. Man sollte auch nicht vergessen, dass es sich hier nicht um eine kerntechnische Anlage (und schon gar nicht um einen Reaktor) handelt. Wenn man sich das Ergebnis anschaut, nämlich dass sich die Magnetspulen zwischen Sonntagmorgen und Montag früh von -270 °C auf -230 °C erwärmt haben, dann ist das wohl recht ähnlich, wie wenn zuhause langsam das Tiefkühlfach abtaut, weil die Sicherung raus ist.

Gestern morgen war der Informationsstand ein anderer. In unserer heutigen Ausgabe schreiben wir auch vom Kühlturm. Sehe den Vorfall nun deutlich unkritischer.