Stasi-Spitzel tritt aus:

Thomalla nicht mehr FDP-Mitglied

Vom Spitzenfunktionär der Blockpartei LDPD übergangslos in die Partei Hans-Dietrich Genschers – damit ist jetzt Schluss.

Michael Thomalla ist mittlerweile als Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages MV entlassen worden.
Bernd Wüstneck Michael Thomalla ist mittlerweile als Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages MV entlassen worden.

Der Stasi-Zuträger und Ex-Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages MV, Michael Thomalla, ist einem Rausschmiss aus der FDP zuvorgekommen und hat seinen Austritt erklärt. „Seit Montag ist er nicht mehr Mitglied bei uns“, sagte gegenüber dem Nordkurier der Geschäftsführer des Kreisverbandes Nordwestmecklenburg, Olaf Brose.

Nach der Enttarnung durch unsere Zeitung hatte der Städte- und Gemeindetag Thomalla gekündigt, der 24 Jahre lang die Geschäfte des kommunalen Spitzenverbandes geführt hatte. Genauso lange war er auch Mitglied bei den Liberalen im Nordosten. „Wir haben ihn nun zu unserer Kreismitgliederversammlung eingeladen, damit er dort Stellung beziehen kann. Er hat aber abgesagt und seinen Austritt erklärt“, so Olaf Brose vom zuständigen Kreisverband.

Von Nordost-Liberalen hat niemand etwas gewusst

Als Funktionär der Blockpartei LDPD hatte der heute 56-jährige Thomalla als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) „Mike König“ dem DDR-Geheimdienst sechs Jahre lang Informationen geliefert. Die LDPD fusionierte in der Wendezeit dann mit der FDP – und alle Mitglieder wurden übernommen.

Laut FDP-Landesvorsitzendem René Domke hat bei den Nordost-Liberalen niemand etwas von der Vergangenheit Thomallas gewusst. Auch habe dieser nie ein Amt oder eine Funktion in der FDP ausgeübt. Es sei schade, dass Thomalla nicht offen mit seinen Parteifreunden über seine Vergangenheit gesprochen habe – und zwar bevor er durch Presserecherchen enttarnt wurde, so Domke jüngst gegenüber dem Nordkurier. Dies wäre eine Voraussetzung gewesen, zu verzeihen. 

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