Fahrplanwechsel:

Trotz neuen Fahrplans setzt die Bahn auf Klapperzüge

Der in Verträgen zugesicherte Komfort auf der Schiene durch moderne Wagen kommt bei den Kunden erst später an. Eine besondere Enttäuschung werden Passagiere auf einer der Strecken erleben.

Die durchgehende Zugverbindung auf der Strecke Malchow-Parchim wird ab dem 14. Dezember eingestellt.
Frank Leonhardt Die durchgehende Zugverbindung auf der Strecke Malchow-Parchim wird ab dem 14. Dezember eingestellt.

Die Wagen sind klimatisiert, haben neue Sitze und sollen viel Platz für Fahrräder bieten. Botschafter für die "Perle der Ostsee" nennt die Deutsche Bahn (DB) ihren aufgemöbelten Doppelstockzug, der in Stralsund kurz vor dem Fahrplanwechsel auf den Namen "Hiddensee" getauft wurde.Trotzdem werden nur die wenigsten Fahrgäste auf den Linien Stralsund-Pasewalk/Prenzlau-Berlin und Stralsund-Neubrandenburg-Berlin ab Sonntag in modernisierten Wagen reisen können. Der Grund: Die DB startet auf breiter Front mit altem Material in ihren neuen Verkehrsvertrag, der bis 2026 gilt.

Offen bleibt, wann der versprochene Komfort bei allen Passagieren tatsächlich ankommt, wie das Schweriner Verkehrsministerium als einer der Auftraggeber einräumt. Aufgrund fehlender Kapazitäten bei der Deutschen Bahn müssten oft alte Wagen eingesetzt werden, bestätigt ein Sprecher.

Wenigstens teilweise gibt es bald neue Wagen

Enttäuscht werden auch die Fahrgäste auf der Strecke Ueckermünde-Neubrandenburg-Bützow auf das rollende Material schauen, das ab morgen am Bahnsteig vorfährt. Die verschlissenen DB-Triebwagen, die im vergangenen Jahr die behindertengerechten Züge der Privatbahn Ola abgelöst haben, werden entgegen den Vertragsbestimmungen weiter im Einsatz sein. Doch es gibt einen Lichtblick: Die besonders klapprigen Wagen zwischen Neustrelitz und Stralsund sollen schon ab Sonntag durch modernere Triebzüge ersetzt werden.

Um die Verträge mit der Deutschen Bahn finanzieren zu können, wird ab Sonntag die durchgehende Zugverbindung auf der Strecke Malchow-Parchim auf Beschluss der Landesregierung offiziell eingestellt. Nicht mehr fahren wird der private Fernzug Interconnex zwischen Warnemünde und Leipzig, der lange Zeit als Preisbrecher galt. Schuld sei vor allem die Konkurrenz durch Fernbusse, so der Betreiber Veolia.

 

 

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