Backhaus zuversichtlich:

Truppenübungsplatz Lübtheen wird Nationales Naturerbe

Bund und Land haben lange um die Zukunft des früheren Truppenübungsplatzes in der Lübtheener Heide gerungen. Nun scheint der Weg dafür bereitet, dass die 6200 Hektar große Fläche dauerhaft geschützt wird.

Soldaten sichern 2009 bei einer Übung der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen (Ludwigslust) die Kontrollstelle eines Feldlagers.
Jens Büttner/Archiv Soldaten sichern 2009 bei einer Übung der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen (Ludwigslust) die Kontrollstelle eines Feldlagers.

Der vor einem Jahr von der Bundeswehr aufgegebene Truppenübungsplatz Lübtheener Heide wird Teil des Nationalen Naturerbes und kann so in das Unesco-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“ eingegliedert werden. „Das ist eine grandiose Sache. Das ehemalige Militärgelände bleibt im Besitz des Bundes, wird aber aus der Nutzung genommen“, erklärte Umwelt- und Agrarminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag. Seinen Angaben zufolge werden sich die Umweltminister der Länder am Freitag bei ihrem Treffen in Heidelberg auf Antrag Mecklenburg-Vorpommerns mit der Vorschlagsliste der Bundesregierung für Neuaufnahmen in das Nationale Naturerbe befassen. Die Bestätigung durch den Bundestag gelte als sicher.

Landesgesetz soll bald beschlossen werden

Die Liste umfasst bundesweit 60 Liegenschaften mit einer Gesamtfläche von 31 000 Hektar. Mit 6200 Hektar sei die Lübtheener Heide mit Abstand die größte Einzelfläche, sagte Backhaus, der bei dem Ministertreffen von Staatssekretär Peter Sanftleben vertreten wird. Nach den Plänen der Landesregierung soll der Naturpark Mittleres Elbtal in Mecklenburg-Vorpommern um den stillgelegten Übungsplatz im Kreis Ludwigslust-Parchim erweitert und dann als Ganzes auch formell an das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe angegliedert werden.

Backhaus äußerte sich zuversichtlich, dass das dazu notwendige Landesgesetz schon bald beschlossen werden und in Kraft treten kann. Die Lübtheener Heide biete Lebensräume für viele seltene Arten aus der Tier- und Pflanzenwelt. Zuletzt waren dort junge Wölfe gesichtet worden. Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe ist nach Angaben des Ministeriums 342 848 Hektar groß und umfasst Regionen in Sachsen-Anhalt (56,1 Prozent), Brandenburg (15,6 Prozent), Niedersachsen (16,6 Prozent) und Schleswig-Holstein (0,2 Prozent). In Mecklenburg-Vorpommern liegen demnach 11,6 Prozent des Gebietes.

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