Übernachtungen legen zu:

Neuer Tourismus-Rekord für MV

Für die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns lief das Jahr 2015 offenbar gut. Trotz eines eher durchwachsenen Sommers zeichnet sich erneut ein Übernachtungsrekord ab.

Trotz trüben Wetters scheuen sich die Touristen nicht vor einem Spaziergang an der Ostseeküste.
Daniel Bockwoldt Trotz trüben Wetters scheuen sich die Touristen nicht vor einem Spaziergang an der Ostseeküste.

Eine gestiegene Inlandsnachfrage und eine bessere Zimmerauslastung auch außerhalb der Sommersaison bescheren der Tourismuswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns ein Rekordjahr. 2015 werde zum ersten Mal bei den Übernachtungen die 29-Millionen-Marke überschritten, kündigte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) am Montag in Schwerin an. Die Entwicklung zeige die weiter gewachsene Attraktivität Mecklenburg-Vorpommerns als Tourismusland. Ersten Prognosen zufolge kann das Land bei den Übernachtungen mit einem Plus von knapp drei und bei den Gästezahlen von etwa zwei Prozent gegenüber 2014 rechnen.

„Investitionen in touristische Einrichtungen und Hotels, aber auch in Radwege, Wasserwanderrastplätze, Strandpromenaden oder in zoologische Einrichtungen machen sich immer mehr bemerkbar“, erklärte Glawe. Das Übernachtungsplus sei erreicht worden, obwohl das Wetter im Sommer als der wichtigsten Reisezeit „eher durchwachsen“ gewesen sei. Glawe schloss daraus, das Mecklenburg-Vorpommern für seine Gäste immer mehr auch außerhalb der Hauptsaison interessant werde. „Egal, ob es regnet, schneit oder die Sonne scheint. Entscheidend ist am Ende immer das jeweilige touristische Angebot“, betonte der Minister.

Wenig Buchungen aus dem Ausland

Neben attraktiven Übernachtungen seien die Freizeitmöglichkeiten von größter Bedeutung. Deshalb lege er auch 2015 einen Schwerpunkt auf die Unterstützung saisonverlängernder Maßnahmen. Nicht zufrieden zeigte sich Glawe mit dem nach wie vor geringen Anteil ausländischer Besucher und der Gewinnung neuer Feriengäste aus dem Westen und Süden Deutschlands. Nach Angaben Glawe buchten internationale Gäste von Januar bis September gerade mal 877 000 Übernachtungen im Land. „Wir müssen unser Land weiter bekannt machen und die Aufmerksamkeit der Alpenbewohner vom Mittelmeer Richtung Ostsee und gewissermaßen von den Bergseen zur Seenplatte lenken“, gab der Minister als Aufgabe vor.

Der Präsident des Landestourismusverbandes, Jürgen Seidel, schloss sich der überwiegend positiven Jahresbilanz an. Der absehbare Übernachtungsrekord sei umso höher einzuschätzen, als dass er in einem harten Verdrängungswettbewerb zustande gekommen sei. Auch künftig müsse sich die Branche im Land großen Herausforderungen stellen.

Verbesserung der Radfahrwege

Nach Angaben Glawes unterstützte das Land den Ausbau der touristischen Infrastruktur mit 48 Millionen Euro. Das zum Großteil aus EU-Programmen stammende Geld sei unter anderem dem Wildpark in Güstrow zugute gekommen, in dem neue Wanderwege, eine gläserne Fischtreppe und eine riesige Flugvoliere für Seeadler geschaffen wurden. Fast neun Millionen Euro fließen laut Glawe an den Rostocker Zoo für den Bau des Polariums mit neuen Anlagen für Eisbären und Pinguine.

Weiter verbessert haben sich laut Minister die Angebote für Radfahrer und Wasserwanderer. In der Region Anklam sei das Radwegenetz unter anderem entlang der Peene erweitert worden. Gebaut werde zudem am Recknitztal-Rundweg bei Bad Sülze (Landkreis Vorpommern-Rügen) und am Rundweg auf der Insel Usedom. Neue Wasserwander-Rastplätze seien am Ausgang des Strelasunds in Glewitz und Stahlbrode entstanden.