Bund setzt auf drei Fahrbahnen:

Unfallrisiko mit Straßenausbau mindern

61 Verkehrstote gab es 2012 außerhalb von Ortschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Immer noch eindeutig zu viele. Das Bundesverkehrsministerium will eine Lösung gefunden haben. Im Land wird diese begrüßt und bereits vereinzelt genutzt.

Jeder Unfalltote ist einer zu viel. Deshalb sollen mehr dreispurige Straßen das Überholen vereinfachen.
Carolin Lemuth Jeder Unfalltote ist einer zu viel. Deshalb sollen mehr dreispurige Straßen das Überholen vereinfachen.

Landstraßen können ja so schön sein. Grüne Alleen, weite Felder, die Sonne scheint. Landstraßen können ja so nervig sein. Lkws, die die freie Fahrt verhindern, ständig entgegenkommender Verkehr, der ein Überholen unmöglich macht. Die innere Anspannung steigt und man überholt vielleicht, wo dies eigentlich gar nicht funktioniert. Gefährdet damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere.

Genau das möchte das Bundesverkehrsministerium gerne ändern. Drei Spuren sind die Lösung. Jeweils eine in jede Fahrtrichtung plus eine in der Mitte, die abwechselnd zum Überholen freigegeben ist. Die riskante Nutzung der Gegenfahrbahn sei so nicht mehr erforderlich, erläutert die Bundesanstalt für Straßenwesen.

Ähnlich wird das im Verkehrsministerium des Landes gesehen. Vor allem auf Straßen, auf denen ein hoher Schwerlastanteil herrscht und die auch noch kurvig sind, eigne sich die Dreispurigkeit, so Sprecher Steffen Wehner. Die Erfahrung zeige, dass die meisten Verkehrsteilnehmer eher das sichere Überholangebot nutzen, sagt auch Andrea Leirich, Geschäftsführerin der Landesverkehrswacht MV. 

Alleen in Gefahr

Zudem bietet die Dreispurigkeit beim Ausbau von Straßen auch eine kostengünstigere Alternative zur vierspurigen Straße. Vereinzelt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern solche Überholspuren bereits. Weitere sind unter anderem zwischen Neubrandenburg und Neustrelitz geplant.

Doch in MV ist diese Art von Ausbau längst nicht immer zu handhaben. Alleen müssten dafür abgeholzt werden, was der Nabu MV erst gar nicht zulassen würde, wie Katharina Brückmann sagt. Dort aber, wo Straßen stark befahren sind und es die Landschaft zulässt, sei sie dafür. Mehr noch: Der Nabu habe einst sogar vorgeschlagen, statt der A14 bei Ludwigslust eine dreispurige Landstraße zu bauen.

Drei statt zwei Spuren sorgen also laut einhelliger Meinung für mehr Sicherheit. Doch Leirich hält für alle einen wichtigen Rat parat: Wo es das 2+1-System nicht gibt, gilt „schnell ist schneller zu schnell.“

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