1. Mai in Neubrandenburg:

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Insgesamt zehn Demonstrationszüge hatten sich in Neubrandenburg angekündigt. Die Polizei war mit mehreren Hundertschaften im Einsatz.

Die Polizei hatte am Neubrandenburger Bahnhof alle Hände voll zu tun, die Rechtsextremisten und die Gegendemonstranten voneinander zu trennen.
Gerald Weber Die Polizei hatte am Neubrandenburger Bahnhof alle Hände voll zu tun, die Rechtsextremisten und die Gegendemonstranten voneinander zu trennen.

18.30 Uhr:

Die meisten Demonstranten sind abgefahren. Die Polizei geht auch so langsam in den Feierabend. Der Verkehr fließt wieder in der ganzen Stadt. "Es verlief doch alles in allem sehr friedlich. Weder die allermeisten Gegendemonstranten noch die Polizisten waren auf Krawall gebürstet", bilanzierte Stadtpräsidentin Irina Parlow, die heute auch gegen die Neonazis protestierte. Das habe sie schon ganz anders erlebt. Irinia Parlow verteilt ein dickes Kompliment an die Ordnungshüter, von denen immerhin 800 in Neubrandenburg im Einsatz waren: "Andere Polizisten hätten vielleicht ganz anders durchgegriffen. Mein großer Respekt gilt beiden Seiten."

17.57 Uhr:

Am Neubrandenburger Engelsring hat sich die Lage wieder komplett entspannt. Von den Demonstranten beider Lager ist kaum noch was zu sehen. Nur am Bahnhof herrscht noch großes Polizeiaufkommen.

17.10 Uhr:

Das Geschehen hat sich zum Bahnhof und auf den Engelsring verlagert und scheint momentan zu eskalieren. Der Zug, mit dem viele NPD-Sympathisanten nach Hause fahren wollen, geht erst um 17.30 Uhr. Die Polizei hat Mühe, die Lager auseinander zu halten. Niemand wird in die Innenstadt gelassen. Es fliegen auch Flaschen, berichtet unsere Reporterin vor Ort. Auf dem Engelsring staut sich der Verkehr, zuerst wegen einer Sitzblockade am Bahnhof, nun lässt die Polizei die Autos nur nach und nach durch.

16.15 Uhr:

Die NPD hat ihre Veranstaltung soeben für beendet erklärt. Die Neonazis werden nun wieder zurück zum Bahnhof laufen. Die Rede des NPD-Landeschefs Udo Pastörs wurden von einem Trillerpfeifenkonzert begleitet. Ansonsten hat sich die Lage wieder beruhigt, meldet unser Reporter vor Ort.

15.57 Uhr:

Die Polizei spricht von aufgeheizter Stimmung. Fünf Personen seien "festgesetzt" worden. Unterdessen meldet unser Reporter, dass die NPD nun in der Humboldtstraße ihre Kundgebung abhält. Die Räumungen an Ziolkowskistraße sind beendet.

15.37 Uhr:

Wieder Zoff zwischen Polizei und Gegendemonstranten: Diese blockieren die Ziolkowskistraße am Nettomarkt und werden momentan weggetragen. Die NPD-Demo will hier lang.

15.25 Uhr:

Weit sind die Neonazis heute nicht gekommen: In der Petrosawodsker Straße kehrten sie wieder um und sind jetzt wieder auf dem Weg zum Juri-Gagarin-Ring. Mehrere Sitzblockaden verhinderten, dass sie ihre ursprünglich geplante Route ablaufen konnten. Gerade am Ihlenpool achteten Demonstranten darauf, dass die NPD nicht zum Asylbewerberheim in Fritscheshof abbiegen konnten, wie von vielen befürchtet worden war. Die Polizei berichtet auf Twitter unterdessen, dass seitens der Gegendemonstranten auch Pyrotechnik eingesetzt worden sein soll.

14.17 Uhr:

Die Räumung des Verkehrskreisels ist abgeschlossen. Die NPD marschiert jetzt los.

13.48 Uhr:

Die Polizei beginnt mit den Räumungen der Sitzblockade in der Einsteinstraße. Die Beamten tragen die Gegendemonstranten weg.

13.45 Uhr:

Die NPD konnte wegen der Sitzblockade der Gegendemonstranten immer noch nicht losmarschieren. Mittlerweile fordert einer ihrer Sprecher die Polizei per Megafon auf die Sitzblockade zu räumen und "ihr Recht auf freie Meinungsäußerung zuzulassen." Ansonsten "drohen" die Neonazis, die Demo vorzeitig zu beenden, berichtet unser Reporter vor Ort.

13.16 Uhr:

Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) forderte die NPD auf, Demonstrationen zum 1. Mai in Neubrandenburg künftig zu unterlassen. "Feinde der Demokratie sind in unserer Stadt nicht willkommen", sagte Witt auf dem Demokratiefest des DGB auf dem Marktplatz. Der Chef der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, sagte: "Wir stehen für Toleranz. Nazis haben in unserer Region nichts zu tun."

13.10 Uhr:

Die NPD-Demo hat sich noch kein Stück von ihrem Treffpunkt am Kaufland entfernt. Etwa 200 Gegendemonstranten blockieren seit einer Stunde mit einer Sitzblockade den Kreisverkehr an der Einsteinstraße/Gagarin-Ring. Die Polizei trennt die Kontrahenten. Die Beamten haben nach Informationen unseres Reporters vor Ort aber rund 140 Personen erkennungsdienstlich überprüft. Unterdessen sind gerade linke Demonstranten in der Innenstadt und im Katharinenviertel mit der Polizei aneinandergeraten und liefern sich dort Verfolgungsjagden. Bei diesen Demonstranten soll es sich laut Auskunft der Polizei um jene 80 Gegendemonstranten handeln, die heute morgen auf dem Bahnhof erkennungsdienstlich behandelt wurden.

12.36 Uhr:

Erst Sonnenschein, dann Hagelschauer: Das 6. Demokratiefest ist momentan mit allen Wassern gewaschen. Doch Besucher und Veranstalter harren aus und lassen sich die Laune nicht verderben. Die Polizei gibt die Besucherzahl mit 300 Gästen an.

12.10 Uhr:

Die Vormittagsstunden des 1. Mai präsentieren sich in Neubrandenburg sonnig und ruhig. Nur über der Oststadt liegt heute Spannung. Seit den Morgenstunden kreisen Hubschrauber über dem größten Wohngebiet der Stadt. Polizeihundertschaften zeigen Präsenz. Etwa 350 Teilnehmer der NPD-Demonstration sind am Vormittag am Bahnhof angekommen und mittlerweile ohne weitere Zwischenfälle - von der Polizei begleitet - am Treffpunkt im Juri-Gagarin-Ring eingetroffen. Um 12 Uhr sollte die Demonstration dort beginnen.

80 Gegendemonstranten erkennungsdienstlich behandelt

Eine größere Gegendemonstration hat sich beim Rewe eingefunden. Bis jetzt blieb alles ruhig. Kurz vor 11 Uhr gab es allerdings einen Zwischenfall am Neubrandenburger Bahnhof. Dort sind etwa 80 Gegendemonstranten von der Polizei erkennungsdienstlich behandelt worden. Anlass dafür soll dem Vernehmen nach eine körperliche Auseinandersetzung am Morgen in Stralsund gewesen sein. Die Gegendemonstranten konnten alle wieder gehen.

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