Neuer Besitzer kommt aus dem Großraum Berlin:

Unternehmer ersteigert am Telefon DDR-Staatsjacht

Die Versteigerung der ehemaligen DDR-Staatsjacht "A. Köbis" war mit Spannung erwartet worden. Und dann ging alles sehr fix: Schon nach wenigen Minuten hatte das Schiff einen neuen Besitzer.

Ob die DDR-Staats-Jacht demnächst in Berliner Gewässern unterwegs ist, ist unbekannt. Auf jeden Fall hat ein Unternehmer aus dem Großraum Berlin die "A.Köbis" ersteigert.
Stefan Sauer Ob die DDR-Staats-Jacht demnächst in Berliner Gewässern unterwegs ist, ist unbekannt. Auf jeden Fall hat ein Unternehmer aus dem Großraum Berlin die "A.Köbis" ersteigert.

Die ehemalige DDR-Staatsjacht "A. Köbis" ist am Sonntag in Rostock für 130 000 Euro versteigert worden. Wie der Auktionator Kai Rocholl anschließend berichtete, handele es sich bei dem Käufer um einen Unternehmer aus dem Großraum Berlin. Weitere Details über den Käufer oder seine Intentionen dürfe er nicht weitergeben. Der Unternehmer hatte telefonisch mitgeboten, die Auktion der Norddeutschen Grundstücksauktionen AG dauerte etwa sechs Minuten. Das Mindestgebot lag bei 34 000 Euro.

Das 36 Meter lange Schiff stammt aus der Insolvenzmasse der Stralsunder P+S-Werften. Ein fünf Jahre altes Gutachten hatte seinen Wert auf gut 200 000 Euro eingeschätzt. "Wir müssen zufrieden sein. Es ist der Marktpreis, der sich jetzt unter diesen objektiven Bedingungen gebildet hat", sagte der Bevollmächtigte des Insolvenzverwalters, Hans-Jürgen Hergert, der die Auktion als "ein bisschen nervenaufreibend" erlebt hatte. Der Erlös komme nun den Gläubigern der Werft zugute. Das Schiff sei frei von Belastungen. Hergert äußerte die Hoffnung, dass das Schiff erhalten bleibt und auch wieder gefahren wird.

Die "A. Köbis" war im Oktober 1974 auf der VEB-Jachtwerft Berlin-Köpenick vom Stapel gelaufen. Es war eine von vier DDR-Staatsjachten und wurde von der DDR-Führungselite zum Empfang hochrangiger Gäste genutzt. Als Reeder war das Ministerium für Staatssicherheit aufgetreten. Es galt als eine Art "Amtszimmer auf See", auf dem beispielsweise der Ministerrat bis 1989 in lockerer Atmosphäre Gespräche mit Staatsgästen führen und Verträge abschließen konnte.

Werfteneigner Detlef Hegemann hatte das Schiff nach dem Kauf 1994 für 1,5 Millionen D-Mark (rund 750 000 Euro) von Grund auf überholen lassen. Das Schiff heißt seit 2003 "Vineta".

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