Nach Hotel-Einbrüchen:

Diebstahls-Opfer bleiben auf Schaden sitzen

Während die Einbrecher seit Wochen verurteilt sind, warten Hotels und ihre Versicherungen weiter auf ihr Geld.

Obwohl die Diebe verurteilt sind, haben die Opfer ihr Geld noch nicht wieder.             
Friso Gentsch Obwohl die Diebe verurteilt sind, haben die Opfer ihr Geld noch nicht wieder.  

Am Ende ging alles ganz schnell. Mit je einem Verteidiger an der Seite waren die sechs wegen bandenmäßigen Einbruchs angeklagten Verdächtigen vor dem Richter erschienen, ihr Geständnis hatten sie schon im Gepäck. Nach einer kurzen Absprache aller Prozessbeteiligten packten sie aus, gestanden den Einbruch in vier Hotels der Region, dazu den Diebstahl von mehreren tausend Euro. Haftstrafen zur Bewährung wurden verteilt, der Fall war vom Tisch.

Für die geschädigten Hotels jedoch trifft das nur bedingt zu. "Einiges ist noch offen", sagt Ricardo Reschke, Inhaber des Bio-Landhotels "Zum Himmel" in Bollewick bei Röbel. Im Dezember des Jahres 2010 waren die Täter über Nacht in sein Hotel eingestiegen, hatten den Tresor samt Bargeld gestohlen und sich im Hotelinneren nicht gerade zimperlich verhalten. "Insgesamt lag der Schaden um die 20000 Euro", erklärt Reschke. Erstattet bekommen hat er bis heute nur gut die Hälfte. "Die Versicherung hat zwar etwas gezahlt, auf den Rest warten wir aber noch. Wir werden uns mit der Versicherung abstimmen, warten ab, wie die an die Täter herantreten", so Reschke weiter.

"Nach dem Urteil im Strafverfahren müssen sich Opfer von Einbrüchen und Diebstählen per Zivilverfahren selbst um die Erstattung ihres Schadens kümmern", erklärt dazu Henning Vogt, Sprecher des Neubrandenburger Landgerichts. Im Strafverfahren werde durch das Urteil nur die rechtliche Grundlage für die Leistung von Schadensersatz oder Schmerzensgeld geschaffen, die Regulierung erfolge meist über ein Zivilverfahren. Zwar kann der Geschädigte auch im Strafverfahren als Nebenkläger auftreten und so die "Extrarunde" eines Zivilverfahrens umgehen, diese Regelung ist aber meist bei Körperverletzungsdelikten vorgesehen. Gegen das Urteil im Zivilverfahren dagegen können die Täter Berufung einlegen, insofern kann sich das Warten auf Entschädigung mehrere Jahre lang hinziehen. "Es ist aber nun einmal Sache des Geschädigten, sich darum zu kümmern", so Vogt. Der Staat könne da wohl kaum in die Bresche springen.

Die Versicherungen schon eher. Antje Gromodka vom Hotel Seelust in Röbel hat jahrelang hohe Beiträge bezahlt, um in einem Fall wie diesem abgesichert zu sein. Auch in ihr Haus waren die jetzt in Neubrandenburg verurteilten Täter eingestiegen, auch dort hatten sie mehrere tausend Euro Schaden angerichtet. "Das Geld hatte ich aber innerhalb von drei Tagen wieder auf dem Konto", erzählt Gromodka. Das Zivilverfahren muss nun ihre Versicherung führen.

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