26 Hinweise nach Fernsehsendung:

Vermisstenfall Diana Ferch bewegt das Land

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy… ungelöst“ bringt offenbar noch einmal Schwung in die festgefahrenen, fast dreijährigen polizeilichen Ermittlungen zum Verbleib der jungen Frau. Das Ermittlerteam in Anklam hat damit begonnen, die eingegangenen Hinweise eingehend zu prüfen. Auch der mit der Sache befasste Privatdetektiv hat eine neue Spur.

Auf ihrem neuen Notebook tauscht sich Regina Ferch fast täglich über das soziale Netzwerk Facebook mit anderen Menschen über das Schicksal ihrer Tochter Diana aus.
Ralph Sommer Regina Ferch tauscht sich fast täglich über das soziale Netzwerk Facebook mit anderen Menschen über das Schicksal ihrer Tochter Diana aus.

Bis kurz vor Mitternacht saßen Regina Ferch und ihr Mann Martin am Mittwoch noch im Münchener Studio der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy… ungelöst“ und warteten auf Anrufe. Bis zu diesem Zeitpunkt seien dort zehn telefonische Hinweise zum Verbleib ihrer vermissten Tochter Diana eingegangen, sagt Regina Ferch. Doch leider erst einmal wenig Konkretes. „Dennoch wir schöpfen jetzt wieder etwas Hoffnung, dass wir wenigstens Gewissheit bekommen über das Schicksal unserer Tochter!“

Die Entdeckung des grauenhaften Schuppens in Güstrow durch ihren Privatdetektiv habe die Familie erschüttert, sagt die 56-Jährige. Auch, wenn es dort bislang keine belastbaren Hinweise auf Diana gebe. „Ich glaube, Diana wäre da nie reingegangen“, sagt Regina Ferch. Trotzdem sollte die Polizei diese Spur, nur wenige Meter von Dianas letztem gesichertem Aufenthalt entfernt, sehr ernst nehmen und den Ort genauer untersuchen. Für den entscheidenden Hinweis hat die Familie inzwischen eine Belohnung von 2000 Euro ausgelobt.

Das zuständige Ermittler-Team der Anklamer Kriminalpolizei hat inzwischen wieder gut zu tun. Neben den zehn Anrufen in München hätten sich weitere 16 Menschen bei der Polizei gemeldet, sagt Polizeisprecher Andreas Scholz. Dazu gehörten auch Personen, die glauben, die junge Frau noch einmal gesehen zu haben. Sämtliche Hinweise würden jetzt geprüft. „Es ist davon auszugehen, dass wir mit jedem der Anrufer noch einmal für eine genauere Befragung Kontakt aufnehmen werden.“ Nach einer ersten Auswertung gehen die Ermittler inzwischen schon von vier ernst zu nehmenden Hinweisen aus. „Der große Durchbruch ist das allerdings nicht.“

Scholz ließ offen, ob zu den Top-Hinweisen auch die Mitteilung einer Anruferin gehört, die im Sommer 2011 eine seltsame Beobachtung in der Gegend bei Zwenzow gemacht haben will. Ihren Angaben zufolge hatte sie bemerkt, wie damals zwei Männer schwere Sachen in den sogenannten Schulte See geworfen hatten. Als sie daraufhin die beiden angesprochen habe, seien diese verschwunden. Bei dem Schulte See handelt es sich nach Informationen von Einheimischen um einen kleinen See westlich des Useriner Sees. Nur etwa einen knappen Kilometer davon entfernt soll Ende Juni 2011 ein Dauercamper-Paar eine junge Frau im Wald getroffen haben, deren Äußeres auf Diana passen würde.

Mann spricht über einen möglichen Aufenthaltsort

Der von der Familie angeheuerte Privatdetektiv Rainer Elsner hält nach wie vor nichts von der Theorie, dass die junge Frau damals überhaupt die Region erreicht hatte. Er geht weiter davon aus, dass ihr bereits im Raum Güstrow etwas zugestoßen sein könnte. Auch in seiner Kanzlei hätten sich am Donnerstagabend Anrufer gemeldet, unter ihnen auch ein Mann, der über einen möglichen Aufenthaltsort von Diana in MV berichtete. „Wir gehen der Sache unverzüglich nach“, sagt Elsner, der vorerst keine weiteren Angaben dazu machen wollte.

Das mysteriöse Schicksal von Diana Ferch und die Sorgen ihrer Familie, insbesondere ihres inzwischen zehnjährigen Sohnes Damien, bewegt inzwischen auch wieder die Facebook-Gemeinde. Im Netz sprachen viele Nutzer den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und ermunterten sie, nicht aufzugeben. Sie hoffe sehr, dass Diana noch gefunden werde beziehungsweise zurückkehre, schrieb Sandra Kibbert. „Und der Familie weiterhin viel Kraft, gebt die Hoffnung nicht auf!“ Unter dem Facebook-Namen Wiesel Flink schrieb ein Nutzer nach der Sendung: „Ich find es absolut tragisch, dass man in Deutschland wie vom Erdboden verschwinden kann …“

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