Turbulente Silvesternacht:

Viele Brände und mehrere Verletzte in MV

Mehrere Brände und Zehntausende Euro Schaden sind die Bilanz des Neujahrsfeuerwerks in Mecklenburg-Vorpommern. Die Beamten hatten es wiederholt auch mit illegalen Böllern zu tun.

Silvester in Stralsund
Stefan Sauer Ein Silvesterfeuerwerk zum Jahreswechsel 2015 leuchtet über dem Museumsschiff "Gorch Fock I" im Hafen der Hansestadt Stralsund.

Mit Sekt und Feuerwerk haben die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern das neue Jahr begrüßt. Am Neujahrstag stürzten sich Hunderte Mutige beim Eisbaden unter anderem in Boltenhagen und Kühlungsborn in die eiskalten Fluten der Ostsee. Am Abend wurden in Warnemünde Zehntausende zum Lichtspektakel "Leuchtturm in Flammen" erwartet.

Für manchen hatte die Silvesternacht jedoch schlimme Folgen. Feuerwehr und Polizei mussten landesweit zu zahlreichen Bränden und anderen Zwischenfällen ausrücken. Die Schäden gehen in die Hunderttausende. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Schwerin

Die Neujahrsnacht endete für acht Bewohner eines Mehrfamilienhauses der Landeshauptstadt in der Klinik, darunter waren auch zwei zehnjährige Kinder. Sie wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt. Im Keller war offenbar vorsätzlich ein Feuer gelegt worden, wie die Polizei mitteilte. Insgesamt mussten 14 Bewohner in Sicherheit gebracht werden.

Außerdemt explodierte eine nicht zugelassene Silvesterrakete in der Küche eines Wohnhauses. Die Rakete hatte das geschlossene Fenster durchschlagen. Bei dem Unglück erlitt die Wohnungsinhaberin einen Schock; Einbauküche, Inventar und die Küchentür wurden beschädigt.

Im Keller eines weiteren Wohnhauses brannte es, nachdem eine Rakete das Kellerfenster durchschlagen hatte. Eine Bewohnerin wurde verletzt.

Mecklenburger Seenplatte

Im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg mussten Polizei und Feuerwehr in der Neujahrsnacht zu 17 Bränden ausrücken. Außerdem wurden die Beamten zu 15 Körperverletzungen gerufen. Die Streithähne waren meist betrunken.

Immer wieder hatte es die Polizei mit illegalen Böllern zu tun: So zündete ein Mann auf dem Markt von Neustrelitz einen selbst gebauten Sprengsatz, der unter anderem Holzstücke, Gipsklumpen und Schrauben enthielt. Von den vielen Menschen auf dem Platz sei jedoch niemand verletzt worden. Gegen den Mann wird wegen der Herbeiführung einer Explosion ermittelt.

Vorpommern-Greifswald

Eine Feuerwerksbatterie setzte in Greifswald eine Wohnung in Brand. Auch die Fassade und mehrere Balkone des Mehrfamilienhauses wurden beschädigt. Die Polizei bezifferte den Schaden mit 60000 Euro. Ersten Erkenntnissen zufolge hatten Unbekannte die Batterie zu nah am Haus gezündet.

In Wolgast brannte gegen 4.00 Uhr ein Carport mit mehreren Fahrzeugen. Der Schaden beläuft sich laut Polizei auf rund 80 000 Euro. Auch in Meiersberg brannte ein Carport.

Vorpommern-Rügen

In Stralsund nahmen Beamte mehreren Jugendlichen sogenannte Polenböller ab, die in Deutschland nicht zugelassen sind. Sie enthalten oft deutlich mehr Sprengstoff als legale Knaller.

Stadt und Landkreis Rostock

Das Teterower Rathaus wurde durch eine Silvesterraketen beschädigt. Die erste durchschlug das Fenster des Rathaussaales, richtete im Innenraum jedoch keine Schäden an. Eine zweite Rakete habe ein daneben liegendes Fenster getroffen und die äußere Scheibe beschädigt.

Unbekannte zündeten in Rostock einen Böller mit hoher Sprengkraft hinter der Scheibenverblendung eines Lebensmittel-Discounters. Durch die Wucht der Explosion wurden mehrere Aluminiumverkleidungen aus ihren Halterungen gerissen und eine Scheibe beschädigt.

Landkreis Ludwigslust-Parchim

In Gresse  geriet das Dachgeschoss eines Einfamilienhauses in Brand. Die Polizei vermutet, dass eine Silvesterrakete das Feuer ausgelöst hat. In Malliß brannte eine leerstehende Gaststätte aus - die Ursache dort ist unklar.

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Kommentare (1)

Warum wird dieser gefährliche Unsinn zumindest in Städten nicht einfach verboten und stattdessen öffentliche Feuerwerke organisiert, welche dann sowohl billiger und dazu auch noch schöner wären, weil das dann Profis machen würden? Aber es verhält sich mit dem Feuerwerk hierzulande wohl wie mit der angeblichen freien Fahrt für freie Bürger, wo jeder mit seinem tonnenschweren fahrbaren Untersatz ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen soviel rasen und andere gefährden dürfen möchte wie er will. Wenn man sieht wie dieses Jahr auch wieder Raketen absichtlich in Menschengruppen gefeuert oder mit Nägeln gefüllte Sprengsätze gezündet wurden weiss man, dass da manche schon mehr als nur einen schweren Knall haben müssen.