Anrufe über Kinderhotline:

Viele Familien sind mit der Erziehung der Kinder überlastet

Der 2012 eingeführte Kindernotruf in Mecklenburg-Vorpommern hat sich bewährt. Auch wenn die Tendenz leicht rückläufig ist, geht pro Jahr eine hohe Zahl von Anrufen ein.

Bei der Kinderschutzhotline gingen im vergangenen Jahr 290 Meldungen ein.
Patrick Pleul Bei der Kinderschutzhotline gingen im vergangenen Jahr 290 Meldungen ein.

Schläge und Prügel in der Familie, das ist - wenn man sich die Statistik anschaut - Alltag im Nordosten. Rund 7300 Menschen waren im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern von körperlicher oder psychischer Gewalt in der Familie betroffen. Hauptleidtragende sind dabei in der Regel Kinder und Frauen. 3400 Kinder und Jugendliche zählten im vergangenen Jahr zu den Opfern.

Wer sich als Nachbar oder Bekannter scheue, einen Verdacht bei der Polizei anzuzeigen, kann die Kinderschutzhotline nutzen. Hier haben die Anrufer die Möglichkeit, anonyme Hinweise auf eventuelle Misshandlungen gegenüber Kindern zu geben. „Jedem Anruf muss nachgegangen werden. Das Jugendamt ist dann am Zug“, erklärt Gerichtsmedizinerin Britta Bockholdt von der Universitätsklinik Greifswald. Die Notrufnummer gibt es seit 2008. Laut Sozialministerium gingen über die Hotline im vergangenen Jahr 290 Meldungen ein. Da es oft um Familien mit mehreren Kindern ging, betrug die Zahl der betroffenen Kinder 474. Hinzu kamen 218 Auskunftsersuchen. Damit hat sich die Zahl der Meldungen gegenüber den Vorjahren leicht rückläufig entwickelt.

Das Kinder-Notruf-Telefon ist kostenlos erreichbar unter 0800 1414007.

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