Studierende bleiben weg:

Viele Masterstudienplätze bleiben in MV unbesetzt

Die Attraktivität des Studienstandortes Mecklenburg-Vorpommern schwindet bedenklich. So blieb zuletzt an beiden Universitäten des Landes fast jeder dritte Masterplatz in diesen Studiengängen unbesetzt.

Jens Büttner So voll ist der Hörsaal längst nicht bei allen Studiengängen. Den Universitäten im Land bleiben bei den zulassungsbeschränkten Fächern die Studierenden aus.

Mecklenburg-Vorpommern wendet im Ländervergleich viel Geld auf für seine Hochschulen. Doch bleiben selbst in begehrten Fachrichtungen, die nur Schulabgängern mit Bestnoten offen stehen, Plätze unbesetzt. Im Wintersemester 2015/16 bleiben an den beiden Universitäten des Landes fast 29 Prozent der angebotenen Masterplätze in zulassungsbeschränkten Studiengängen zu Beginn des Studiums unbesetzt. Wie aus der Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion weiter hervorgeht, nahm damit die Zahl der offen gebliebenen Studienplätze zu.

In Rostock wurden demnach zwar fast alle Masterstudiengänge im Bereich Biologie besetzt. Dafür blieben die Angebote für Soziologen und Bevölkerungswissenschaftler zur Hälfte ungenutzt. In Greifswald fanden sich zu wenige Studienanfänger etwa für den Master in Biochemie sowie Human- oder Molekularbiologie. Auch bei Bachelorstudiengängen zeigten sich teilweise gravierende Lücken, etwa bei den Umweltwissenschaften in Greifswald oder in der Germanistik in Rostock.

Hochschulen in Neubrandenburg und Stralsund melden weniger Probleme
 

Die Hochschulen in Neubrandenburg und Stralsund hatten den Angaben zufolge weniger Probleme Studienanfänger oder Masterstudenten zu finden. Dort blieb laut Ministerium in zulassungsbeschränkten Studiengängen nur etwa jeder achte Platz unbesetzt.

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Saalfeld bezeichnete es als eine "Schade", dass die wegen der gemeinhin großen Nachfrage mit Zulassungsbeschränkungen versehenen Studienplätze nicht genutzt wurden. Er forderte das Bildungsministerium auf, gemeinsam mit den Hochschulen eine Strategie zu entwickeln, "mit der die hohen Bewerberzahlen am Anfang in voll besetzte Studiengänge am Ende überführt werden können".

Das Problem ist sei seit Jahren bekannt. "Aber auch in den aktuellen Zielvereinbarungen zwischen Ministerium und Hochschulen ist kein systematisches Vorgehen zu erkennen", beklagte Saalfeld. Seinen Angaben zufolge ist in keinem anderen Bundesland der Anteil unbesetzter zulassungsbeschränkter Studienplätze so hoch wie in Mecklenburg-Vorpommern.

 

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