Mehr Geld für die Hochschule Neubrandenburg:

Vielleicht ist eine neue Bibliothek drin

Die Bücherei der Hochschule Neubrandenburg ist viel zu klein. Lange schien eine Lösung nicht in Sicht. Doch jetzt fließen plötzlich zusätzliche Millionen Euro.

Die studentischen Hilfskräfte Christoph Schöler und Marie Opolski arbeiten in der improvisierten Bibliothek. Mit zusätzlichen Millionen könnte die Übergangslösung beendet werden.
Jörg Döbereiner Die studentischen Hilfskräfte Christoph Schöler und Marie Opolski arbeiten in der improvisierten Bibliothek. Mit zusätzlichen Millionen könnte die Übergangslösung beendet werden.

Derzeit hat die Hochschule Neubrandenburg ihre Bücher ausgelagert. 190  000 Bände stehen seit 2013 aufgereiht in einem ehemaligen Supermarkt gegenüber dem Haupteingang. 180  000 Euro hatte die Hochschule seinerzeit in den Discounter gesteckt, um ihn als Bibliothek herzurichten, sagt Rektor Micha Teuscher. „Aus eigenen Mitteln wohlgemerkt.“ Und auch die Mietkosten von jährlich 125  000 Euro müsse seine Einrichtung aus dem normalen Haushalt aufbringen. Frühestens 2019 soll die Bibliothek wieder zurückziehen ins Hauptgebäude der kurz vor der Wende fertiggestellten Hochschule – zurück in die früheren Räume, obwohl ein Gutachten schon vor sieben Jahren konstatiert hatte, dass das Domizil viel zu klein ist.

Was Teuscher vor einigen Monaten noch nicht zu träumen wagte, könnte jetzt aber wahr werden. Bildungsminister Matthias Brodkorb (SPD) stellt der Hochschule Neubrandenburger in Aussicht, eine neue Bibliothek bauen zu können. Die Rektoren der Universitäten und Hochschulen mussten allerdings lange mit dem Ministerium ringen, ehe zusätzliche Mittel bewilligt wurden. Einerseits waren Millionen von Euro neu zu verteilen, weil der Bund die Bafög-Zahlungen für die Länder übernimmt. Andererseits haben sich Bund und Länder mit dem Hochschulpakt verpflichtet, zusätzliche Mittel für mehr Studienplätze zur Verfügung zu stellen.

Das Geld wird an der Hochschule gebraucht

Insgesamt, so die Rechnung des Bildungsministeriums MV, fließen jährlich 20 Millionen Euro zusätzlich in die Universitäten und Hochschulen des Landes. Davon profitiert auch die vergleichsweise kleine Hochschule Neubrandenburg. Pro Jahr würden der Einrichtung etwa 1,5 Millionen Euro zusätzlich zugutekommen, sagte Brodkorb. Das Geld fließe sowohl in Personalausgaben als auch in Investitionen. „Die Hochschule Neubrandenburg hat schon immer gut gewirtschaftet. Trotzdem sind natürlich Wünsche offengeblieben“, sagte Brodkorb. Beispielsweise der nach einer neuen Bibliothek. Mit den zusätzlichen Mitteln gebe es aber eine realistische Chance, eine „vernünftige Lösung“ zu schaffen. Die könnte in einem Anbau an ein bestehendes Gebäude bestehen, so Teuscher. Er will aber auch nicht ausschließen, dass noch einmal in den ehemaligen Supermarkt investiert wird, der deutlich mehr Bibliotheksfläche bietet als die Stammbücherei.

Auch etliche Lehrkräfte profitieren von den zusätzlichen Mitteln. So gibt es derzeit noch eine Gruppe von Mitarbeitern, die als Lehrkräfte für besondere Aufgaben bezeichnet werden. Sie hätten die gleiche Arbeit geleistet wie wissenschaftliche Mitarbeiter, aber eine deutlich niedrigere Bezahlung erhalten, erklärte Teuscher. Auch wenn an den Hochschulen Neubrandenburg und Stralsund jeweils nur drei bis vier Mitarbeiter betroffen gewesen seien, sei es „ein permanentes Ärgernis unter den Kollegen“ gewesen. Zudem könnten befristete Professuren in unbefristete umgewandelt werden. Schließlich müsse die Hochschule dringend in eine neue Software für die Verwaltung der Studenten investieren. Immerhin müssten mittlerweile 30 Studiengänge verwaltet werden, hinzu kämen mehr als 70 verschiedene Prüfungsordnungen. Das schaffe die 20 Jahre alte Software einfach nicht mehr.

„Natürlich kann man sich immer vorstellen, noch mehr Geld zu bekommen“, sagte Teuscher mit Blick auf die zusätzlichen Millionen. „Aber wir sind sehr zufrieden.“

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