Testförderung verzögert sich:

Vorerst keine Ölsuche bei Barth mehr

Die geplante mehrmonatige Erdöl-Testförderung bei Barth verzögert sich offenbar deutlich. Mit dem zu Jahresbeginn angekündigten Antrag sei kurzfristig nicht zu rechnen.

Bei Probebohrungen der deutsch-kanadischen Firma CEP bei Lütow auf Usedom waren die Geologen eigenen Angaben zufolge auf Erdöl gestoßen. Bei Barth wird allerdings vorerst nicht weitergebohrt.
Stefan Sauer Bei Probebohrungen der deutsch-kanadischen Firma CEP bei Lütow auf Usedom waren die Geologen eigenen Angaben zufolge auf Erdöl gestoßen. Bei Barth wird allerdings vorerst nicht weitergebohrt.

Das sagte der Sprecher des kanadischen Ölunternehmens Central European Petroleum (CEP), Jens Müller, auf Nordkurier-Anfrage. Bevor weitere Millionen Euro in neue Fördertests gesteckt würden, benötigten die Investoren zunächst Klarheit über entsprechende Rahmenbedingungen. Dazu zählten klare Festlegungen in der nationalen Gesetzgebung sowie zur Förderabgabe an das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern. Zudem liege das Landesraumentwicklungsprogramm bislang erst im Entwurf vor, der auch konkrete Tätigkeiten zur Erdölaufsuchung in der Ostsee ausschließe. Es gebe aktuell aber keine konkreten Offshore-Planungen, unterstrich Müller.

Unterdessen gab die Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen bekannt, dass die  Testförderung „Saal“ aus etwa 2700 Metern Tiefe im Sommer 2014 bei Barth bereits bei der Rückführung der Stimulationsflüssigkeit abgebrochen worden sei und entsprechende Testergebnisse zur Einschätzung der Gewinnbarkeit des Erdöls bislang nicht vorlägen. Offensichtlich sei die Erdölförderung in MV chancenlos, sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen, Johann-Georg Jäger.

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Kommentare (1)

Erdölförderung in Vorpommern ist keineswegs chancenlos Die Unternehmen des Wirtschaftsverbandes Erdöl-Erdgasgewinnung (WEG), zu denen auch die Central European Petroleum GmbH (CEP) gehört, sehen sich in einigen Bundesländern mit einer höheren Förderabgabe auf Erdöl trotz gefallener Weltmarktpreise und mit zur Zeit noch unklaren Änderungen in der Bundesgesetzgebung, v.a. zum Bergrecht und dem Wasserrecht konfrontiert. CEP steht vor der Frage, ob die bereits in das Projekt Saal bzw. Barth investierten 65 Millionen Euro in den vorpommerschen Sand gesetzt sind. Noch sind die geplanten Gesetzesnovellen zwar nicht verabschiedet, aber man muss sich schon fragen, was aus den weitaus größeren Summen, die für eine spätere Feldeserschließung erforderlich sind, werden soll, wenn imperative Regelungen greifen. Da hat es die staatlich subventionierte Windkraftindustrie mit ihrer Gewinngarantie weitaus komfortabler. Das weiß auch Herr Jäger mit seinen Windkraftanlagen sehr gut. Warum nur müssen die Grünen-Politiker sich jetzt immer so negativ zu den Aktivitäten von Rohstoffe suchenden Unternehmen äußern? Im September 2013 hatte Herr Jäger noch erklärt, dass die Energiewende ist für die Grünen unumstößlich sei. Dies bedeutete den Ausstieg aus fossilen und atomaren Energieträgern in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr. Jedoch wäre der komplette Ausstieg in diesen Bereichen aus dem Ölverbrauch noch nicht das Ende des Ölkonsums in unserer Gesellschaft. Wir müssten auch für diesen 'Rest' Alternativen finden und den Ölverbrauch reduzieren. Auf den wertvollen Rohstoff Öl würden wir aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vollständig verzichten können und müssten unter Umständen deshalb nach verantwortbaren Möglichkeiten suchen, um diese Ölmengen umweltverträglich zu fördern. Nachdem aber gut organisierte kleine Gruppen/Initiativen öffentlich mit vielfältigen Aktionen und Falschdarstellungen (Beispiel Fracking) erfolgreich vor der Grünen-Basis auftreten, gewinnt man den Eindruck, dass diese die Politiker treiben. Auch Herr Suhr, Fraktionschef der Grünen im Landtag hatte im März 2012 noch verkündet, dass wir uns auf Dauer der Ressourcengewinnung auch im Inland nicht verschließen könnten, sei klar. Erdölförderung in der sibirischen Tundra und in Afrika sei mit gewaltigen Umweltschäden verbunden, die bei unseren hiesigen strengen Umweltvorschriften hoffentlich vermieden werden könnten. Man sollte also sichere Aufsuchung und Förderung hier unter strengsten Auflagen nicht verhindern und einfach mal so, ohne jegliche Fachkenntnis, Misserfolge herbeireden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern sollte Unternehmen, die ihre Investitionen ohne jegliche Fördergelder und völlig auf eigenes Risiko hinsichtlich des geologischen Erfolgs tätigen, vorbehaltlos unterstützen. Bevor nicht eindeutig klare Verhältnisse herrschen, kann CEP vor seinen Investoren keine weiteren kostenaufwändigen Arbeiten, wozu auch ein Langzeittest gehört, verantworten. Ich persönlich hoffe auf eine positive Lösung des Problems und eine erfolgreiche Erdölförderung in der traditionellen Erdölprovinz Vorpommern. Das gleiche wünsche ich auch Brandenburg. Ich kann CEP verstehen, denn unter den derzeitigen Verhältnissen kann man nicht weitere Millionen in ein Projekt investieren, von dem wegen fehlendem Langzeittest, der auch Millionen kostet, noch nicht sicher ist, ob es überhaupt, und wenn ja, zu welchen Bedingungen realisiert werden kann. Unternehmungen von privatwirtschaftlich tätigen Firmen müssen letztendlich immer so rentabel sein, dass die bisherigen Aufwendungen (etwa 65 Mio. €) refinanziert werden können und Kapitalrücklagen für zukünftige Investitionen wie Weiterführung von Detailuntersuchungen, weitere Bohrarbeiten usw. zur Verfügung stehen. Falls die CEP ihre Vorhaben nicht realisieren kann, geht dem Land und seinen Firmen ein Wirtschaftsimpuls mit erheblichen Potenzialen aus der möglichen Auftragsvergabe an regionale Unternehmen verloren. Nach bisherigen Kalkulationen erfordert die Erschließung und Entwicklung des Feldes allein in den ersten 10 Jahren ein Volumen von ca. 760 Mio. Euro, wovon rund 25 Prozent, also etwa 180 Mio. Euro bei Unternehmen aus MV bleiben. Das beträfe u. a. Umwelt- und Landschaftsplanung, Tiefbau, Stahl- und Anlagenbau und viele andere. Meine Meinung ist: Eigenes Erdöl tut Deutschland und MV gut.