Die Unimedizin Greifswald greift zum Rotstift:

Vorpommerns größter Arbeitgeber ist in Nöten

Die Unimedizin Greifswald (UMG) hat zwei Jahre in Folge Verluste eingefahren. So kann es nicht weitergehen. Der Aufsichtsrat hat nun ein Sanierungskonzept verordnet.

Die Uniklinik Greifswald setzt den Rotstift an, denn im Haushalt klafft ein Defizit.
Stefan Sauer Die Uniklinik Greifswald setzt den Rotstift an, denn im Haushalt klafft ein Defizit.

Die Greifswalder Universitätsmedizin muss in den kommenden Jahren 22 Millionen Euro einsparen. Das bestätigte Marie le Claire, Kaufmännischer Vorstand der UMG, gegenüber dem Nordkurier. Den nur leicht gestiegene Krankenhausleistungen stünden gesunkene Patientenzahlen im stationären Bereich, höhere Personalkosten und hoher medizinischer Materialaufwand gegenüber. Im vergangenen Jahr machte das Uniklinikum Greifswald 14,3 Millionen Euro Verlust. Bislang wurde das Defizit vom Land getragen.

Bis August erarbeiten Projektteams ein mehrjähriges Sanierungskonzept. Im August soll es der Belegschaft unterbreitet werden. Vor allem in den Bereichen Medizin, medizinische Dienstleistungen, Arzneimitteln, Implantaten sowie Serviceleistungen wie Reinigung, Verwaltung, Einkauf und Gerätepark.

Notaufnahme wird trotz Sparpaket gebaut

Nach NDR-Informationen könnten auch durch den Abbau von bis zu 50 Betten rund 1,5 Millionen Euro eingespart werden. Sogar Stationsschließungen in dem topmodernen Komplex würden nicht mehr ausgeschlossen.

Doch einen Einstellungsstopp, Personalabbau oder gar Entlassungen sind bislang offenbar nicht vorgesehen. Auch soll die Notaufnahme wie vorgesehen für 20 Millionen Euro gebaut werden. Die universitäre Spitzenmedizin und die hochwertige Krankenversorgung in der Region würden unbedingt erhalten bleiben, bestätigt der Ärztliche Vorstand Thorsten Wygold. Nach Angaben des Managements soll jeder Mitarbeiter in die Sparvorhaben eingebunden werden.

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