Tarif-Verhandlungen:

Warnstreiks im Öffentlichen Dienst in MV

Viel Lärm auf dem Stralsunder Alten Markt: Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat zur Kundgebung aufgerufen. Hunderte Menschen kamen - mit Pfeifen und Rasseln.

Vor dem Rathaus in Stralsund haben rund 400 Menschen an der Gewerkschaftskundgebung teilgenommen.
Stefan Sauer Vor dem Rathaus in Stralsund haben rund 400 Menschen an der Gewerkschaftskundgebung teilgenommen.

Rund 400 Angehörige des Öffentlichen Dienstes haben nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi am Mittwoch in Stralsund für eine bessere Bezahlung demonstriert. Grund für den Aufruf zum Warnstreik sind die derzeit in Potsdam laufenden Tarifverhandlungen.

Auch die Mitarbeiter des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte aus Neubrandenburg und viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung Greifswald nahmen an dem Warnstreik teil. Kunden in Greifswald mussten teilweise Einschränkungen hinnehmen, wie eine Verdi-Sprecherin in Neubrandenburg sagte. In Schwerin beteiligten sich laut Gewerkschaft knapp 100 Beschäftigte unter anderem aus der Stadtverwaltung an dem Warnstreik.

Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Gehalt

Die Arbeitnehmer seien extrem ärgerlich über das "sogenannte Angebot" der Arbeitgeberseite, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretärin Simone Wolf in Stralsund. Diese hätten bei einer Laufzeit von zwei Jahren drei Prozent mehr Geld angeboten. Bei genauem Hinsehen bedeute das Angebot nach Verdi-Angaben für dieses Jahr lediglich eine Steigerung von 0,66 Prozent und für das kommende Jahr von 1,2 Prozent. Die Arbeitnehmer seien bereit, ihre Proteste auszudehnen, betonte Wolf. "Wir können mehr."

Am 28. und 29. April treffen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Potsdam zur dritten Gesprächsrunde. Die Gewerkschaften hatten zuvor sechs Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit vom einem Jahr gefordert. Wie Wolf weiter sagte, würde das Arbeitgeberangebot dazu führen, dass die Arbeitnehmer in der laufenden Tarifrunde Einkommensverluste hinnehmen müssten.