Gefangenen-Verlegung:

Warum bayerische Straftäter in MV hinter Gittern sollen

Die Gefängnisse in Bayern sind voll. Nun soll der Norden dem Süden helfen. Die hohen Gefangenenzahlen haben einen ganz bestimmten Grund.

Derzeit sind in den Gefängnissen in MV noch Zellen frei.
Bernd Wüstneck Derzeit sind in den Gefängnissen in MV noch Zellen frei.

Nach dem Hilferuf Bayerns wegen ausgehender Haftplätze im Freistaat hat auch Mecklenburg-Vorpommern angeboten, Inhaftierte von dort zu übernehmen. Das Land sei zu Gesprächen über den konkreten Bedarf bereit, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Schwerin.

In Bayern werden die Plätze in den Gefängnissen knapp, weil der Freistaat rigoros gegen die Schleuserkriminalität vorgeht. Laut „Schweriner Volkszeitung“ waren Anfang Oktober dort 750 mutmaßliche Schleuser als Untersuchungshäftlinge inhaftiert. In der Grenzregion zu Österreich seien alle Haftanstalten bis auf die letzte Zelle belegt.

Seit Jahren immer weniger Gefangene

„Die Solidarität in der Flüchtlingskrise sollte sowohl europaweit als auch innerhalb Deutschlands selbstverständlich sein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) dem Blatt. Mit der Aufnahme von Strafgefangenen könnten die bayerischen Haftanstalten entlastet werden. Auch andere Bundesländer hatten schon Hilfe angeboten.

In den fünf Gefängnissen Mecklenburg-Vorpommerns gibt es nach Angaben des Ministeriumssprechers 1350 Haftplätze. Davon seien etwa 1100 belegt. Seit Jahren ist die Zahl der Inhaftierten im Nordosten rückläufig. Der Bund der Steuerzahler hatte zur Kostenreduzierung daher schon Kapazitätsanpassungen gefordert.

 

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung