Wolfgang Bosbach beim Sicherheitsforum in Pasewalk:

Warum gibt es immer mehr Wohnungseinbrüche?

Der Wegfall der Grenzkontrollen zu Osteuropa seit 2007 hat nach Angaben des CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach zu einem Anstieg der Eigentumskriminalität geführt. Eine Lösung des Problems sieht er nicht.

Auch an der Grenze zu Polen werden nur noch sporadisch Grenzkontrollen durchgeführt.
Patrick Pleul Auch an der Grenze zu Polen werden nur noch sporadisch Grenzkontrollen durchgeführt.

 „Wir hatten von 1994 bis 2007 einen stetigen Rückgang bei Wohnungseinbrüchen bundesweit, seit 2007 ist es umgekehrt“, sagte Bosbach am Mittwochabend auf einem CDU-Sicherheitsforum in Pasewalk (Kreis Vorpommern-Greifswald) vor knapp 100 Gästen. Die von Vandalismus begleiteten Einbrüche hätten für viele Menschen aber traumatische Folgen. Und die Aufklärungsquote sei mit 14 Prozent „eher gruselig.“

Während bei der Erweiterung des Schengenraumes Grenzkontrollen Deutschlands wegfielen, sei die EU-Außengrenze immer löchriger geworden, erklärte Bosbach als Hauptgrund. Einwohner in der Grenzregion zu Polen, wie bei Pasewalk, klagen seit Jahren über zunehmende Kriminalität. Bisher hatten führende Regierungspolitiker aber einen Zusammenhang mit dem Wegfall der Grenzkontrollen verneint.

„Dem Bundeskriminalamt liegen Zahlen vor, dass etwa 40 Prozent dieser Delikte von ausländischen Banden begangen werden“, sagte Bosbach. Schnelle Hilfe sehe er nicht. Die Bundespolizei arbeite nicht erst seit der Flüchtlingswelle im Herbst 2015 „an der Belastungsgrenze.“ Die beschlossenen 3000 neuen Stellen würden wegen der nötigen Ausbildung erst 2019 voll zur Verfügung stehen.

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