Bauprojekte nur auf dem Reißbrett:

Warum müssen wir auf wichtige Straßen so lange warten?

Viele Straßen im Nordosten platzen aus ihren Nähten - besonders zur Ferienzeit. Pläne für den Ausbau dieser und anderer Wege im Bund werden zurzeit in Berlin diskutiert. Doch bis es tatsächlich zum Bau kommt, dauert es meist Jahre.

Spätestens, wenn die Sommerferien beginnen, gibt es kilometerlange Staus auf der B111 in und um Wolgast. Auf die Umgehungsstraße warten die Bürger schon seit Jahren.
Tilo Wallrodt Spätestens, wenn die Sommerferien beginnen, gibt es kilometerlange Staus auf der B111 in und um Wolgast. Auf die Umgehungsstraße warten die Bürger schon seit Jahren.

In Berlin wird zurzeit über den neuen Bundesverkehrswegeplan (BVWP) diskutiert. In dem Dokument wird über mehrere Jahre festgelegt, welche Verkehrsvorhaben der Bund in den Ländern finanziert. Auch bei der IHK in Neubrandenburg, zuständig für das östliche Mecklenburg-Vorpommern, wird das aufmerksam beobachtet.

Ein wichtige Frage stellt sich jedes Jahr erneut, spätestens zur Ferienzeit. In und um Wolgast bilden sich Riesenstaus. Auf eine Umgehungsstraße warten die Anwohner seit Jahren. Dieses Problematik erkennt auch der Hauptgeschäftsführer der IHK Neubrandenburg. "Die Stadt ist beispiellos überlastet durch den Durchgangsverkehr auf die Insel. Hier müsste das Verkehrsministerium endlich mal ein Machtwort sprechen, damit nicht weit auf Zeit gespielt wird", so Torsten Haasch. Die Baupläne für die Umgehung sollen, laut Ralf Pfoth, Leiter des Geschäftsbereiches für Grundsatzangelegenheiten, dieses Jahr ausgelegt werden. Er rechnet jedoch erst 2017 mit einem Baubeginn, "wenn der Bund die erforderlichen geschätzten 100 Millionen Euro bereitstellt."

Der Ausbau der B96 steht ebenfalls seit Jahrzehnten in den Bundesverkehrsplänen. Passiert ist bisher jedoch nichts. Ralf Pfoth ist überzeugt, dass die Neuanmeldung des Projekts vom Land bei der Planung, wenn auch in abgespeckter Form, Grund zur Hoffnung gibt. Neben den beiden Ortsumgehungen Usadel und Weisdin sei eine 2+1 Lösung für die B96 zwischen Neubrandenburg und dem Autobahnzubringer Oranienburg vorgesehen. Das würde bedeuten, dass es immer wieder dreispurige Abschnitte geben würde, auf denen beispielsweise LKW überholt werden könnten.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!