Deutsch-polnische Einheit nimmt Dienst auf:

Warum polnische Polizeiautos nun auch bei uns kontrollieren

Einbrecher und andere Straftäter will die Bundespolizei im Grenzgebiet stärker abschrecken. In Pomellen an der A 11 hat eine neue deutsch-polnische Einheit den Dienst aufgenommen.

Stefan Sauer Die neue Streife aus deutschen Bundespolizeibeamten und Beamten des polnischen Grenzschutzes.

Polens Grenzschutz und die deutsche Bundespolizei gehen jetzt auch nördlich von Berlin gemeinsam gegen Straftäter vor. Am Dienstag wurde an der Autobahn 11 Berlin-Stettin (Szczecin) in Pomellen (Kreis Vorpommern-Greifswald) die dritte deutsch-polnische Dienststelle an der Grenze eröffnet. Die Einheit aus 40 polnischen und deutschen Frauen und Männern wird gemeinsam Streife fahren, ermitteln und darf Straftäter im jeweils anderen Land verfolgen. "Das ist ein sehr wichtiger Schritt bei der internationalen Zusammenarbeit gegen grenzüberschreitende Kriminalität", sagte der Kommandeur des zuständigen polnischen Grenzschutzes Piotr Stawski in Pomellen.

Die A11 bei Pomellen gilt als Nadelöhr für Kriminelle von West- und Nordeuropa auf dem Weg nach Polen, ins Baltikum oder nach Russland. Solche deutsch-polnischen Einheiten gibt es bisher bereits in Swiecko (Schwetig) bei Frankfurt/Oder und Ludwigsburg bei Görlitz in Sachsen sowie an den Grenzen zu Tschechien.

"Wir erwarten durch die Einheit einen Sicherheitsgewinn"

Die Beamten werden zunächst zu viert, zwei Polen und zwei Deutsche, Streife fahren. "Dabei müssen sich deutsche Bürger auch darauf einstellen, auch mal aus einem Polizeiwagen mit polnischem Kennzeichen heraus kontrolliert zu werden und polnische Bürger andersherum auch", erklärte die Koordinatorin der Einheit, Katarzyna Pabin. Solche Praxis werfe bei Bürgern oft noch Fragen auf.

Für die neuen Aufgaben wurden deutsche und polnische Beamten, die aus anderen Einheiten nach Pomellen versetzt werden, in Sprache und Rechtsvorschriften des jeweils anderen Landes geschult. Zum Ende des Jahres soll die Einheit auf die doppelte Stärke aufgestockt werden.

"Wir erwarten durch die neue Einheit einen Sicherheitsgewinn", sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt Joachim Franklin. Die Menschen in der Grenzregion, zu der die Kreise Vorpommern-Greifswald und Uckermark in Brandenburg gehören, kritisieren schon lange eine geringere Präsenz der Bundespolizei seit dem Beitritt Polens zum Schengen-Abkommen und dem damit verbundenen Wegfall der Grenzkontrollen im Dezember 2007. Von Diebstählen und Einbrüchen waren zuletzt vor allem Landwirte und Hausbesitzer zwischen Usedom, Löcknitz und Schwedt betroffen.

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