Fehlzeiten vom Energieminister:

Warum sich Minister Pegel so selten um das ZDF kümmerte

Der Fernsehrat des Senders hat eine Präsenzliste seiner Mitglieder für die Sitzungen im Jahr 2015 veröffentlicht. Mecklenburg-Vorpommerns Energieminister glänzte darin mit Abwesenheit.

Energieminister Christian Pegel (SPD)
Jens Büttner Energieminister Christian Pegel (SPD)

Siebenmal tagte der ZDF-Fernsehrat im vergangenen Jahr. Christian Pegel (SPD), Energieminister von Mecklenburg-Vorpommern, war nur bei einer der sieben Sitzungen anwesend. Das geht aus der Präsenzliste hervor, die der Sender jetzt für die Sitzungen im vergangenen Jahr veröffentlichte.

Übertroffen wurde er zum Beispiel noch vom bayerischen Finanzminister Markus Söder (CSU) und der ehemaligen SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Sie blieben jeglichem Treffen fern. Im Schnitt kamen von den 77 Mitgliedern rund zwei Drittel zu den Plenar- und Ausschusssitzungen. Das Gremium soll Programmrichtlinien aufstellen und überprüfen sowie den ZDF-Intendanten wählen und ihn in Programmfragen beraten.

Mitgliedschaft ist Ehrenamt

Das häufige Fehlen Pegels begründete die Landesregierung mit der Berufung Pegels in die Endlagersuchgesetzkommission. Die damit verbundene zeitliche Belastung und die Termindichte des Ministers hätten seine Mitarbeit im ZDF-Fernsehrat erschwert. Es sei zu regelmäßigen Terminkollisionen gekommen.

Die Mitgliedschaft im Fernsehrat ist ehrenamtlich, der Sender bezahlt allerdings eine monatliche Aufwandsentschädigung sowie Reisekosten und Sitzungsgelder. Nach Angaben der Landesregierung habe Pegel diese auch nur für die tatsächliche Teilnahme an den Treffen des Fernsehrates erhalten. Derartige Gelder müssen Minister gemäß dem Ministergesetz vollständig an das Land abführen.