Expertentipp:

Was tun, wenn man einem Wolf begegnet?

Begegnungen mit frei lebenden Wölfen sind im Nordosten äußerst selten. Was aber tun, wenn Isegrim nicht mehr gehen will? Ein Experte gibt Tipps.

Ein Spaziergang durch den Wald - und auf einmal stehen da Wölfe. Sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.
Patrick Pleul Ein Spaziergang durch den Wald - und auf einmal stehen da Wölfe. Sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen.

David Kramer macht sich Sorgen: „Wie darf ich mich verteidigen, wenn mich ein Wolf angreift?“ fragt der Leser des Nordkurier im sozialen Netzwerk Facebook. Mit seinen Ängsten vor dem Raubtier steht Kramer nicht allein. Seit der Rückkehr des Wolfes in den Nordosten fragen sich immer mehr Bürger, wie gefährlich Meister Isegrim wirklich ist. Auch beunruhigte Hundebesitzer überlegen lieber zweimal, ob sie mit Bello und Co. noch im Wald Gassi gehen.

Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) gibt es seit dem Jahr 2006 wieder ständig Wölfe in Mecklenburg-Vorpommern. Zurzeit handelt es sich dabei um zwei Rudel und mehrere Einzeltiere. Gerade erst hat ein Wolfspaar aus der Ueckermünder Heide fünf Welpen bekommen.

Normalerweise träfen Menschen und Wölfe nur sehr selten aufeinander, erklärt Norman Stier, Wolfsbeauftragter von Mecklenburg Vorpommern. Was aber ist zu tun, wenn es doch mal zu einer Begegnung mit dem Raubtier kommt? „Schreien Sie laut“, empfiehlt der Forstzoologe, „je lauter, desto besser“. Zudem helfe es, sich groß zu machen. „Nehmen Sie ruhig einen Ast und wedeln damit, um länger zu wirken“, so Stier. Gleichzeitig sollte sich der Mensch langsam zurückziehen.

Und wenn diese Ratschläge doch nicht helfen sollten? „Tatsächlich gibt es auch verhaltensauffällige Wölfe, die sich nicht zurückziehen und neugierig sind“, räumt Stier ein. Dann könnte Pfefferspray gegen die Tiere eingesetzt werden. Auch ein Elektroschocker könne zur Selbstverteidigung genutzt werden. „Diese Geräte wirken aber nur bei direktem Kontakt mit dem Tier“, so der Wolfsexperte. Ihm sei aber in Deutschland kein Fall bekannt, in dem Menschen durch den Wolf zu Schaden gekommen seien.

Anders sieht es dagegen bei Hunden aus. So würden Jagdhunde hin und wieder zum Opfer der grauen Räuber. „Die Wölfe sehen den Hund als Eindringling in ihr Revier an“, erklärt Stier. Da der Wolf aber den Menschen meide, seien die Haustiere in seiner Nähe am sichersten. „Am besten blieben die Tiere im Wald an der Leine“, sagt Wolfskenner Stier. Zu gefährlichen Situationen komme es erst, wenn sich ein Hund losreiße oder den Wolf angreife, warnt er.

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