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Was wird aus den kleinen Kliniken im Nordosten?

Die Position der Krankenkassen ist klar: Schwerpunktkliniken wie in Neubrandenburg, Greifswald oder Rostock sollen gestärkt werden, kleinere Häuser ihr Angebot einschränken. Das Ministerium sieht das jedoch etwas anders.

Das Schicksal der Kinderstation am Wolgaster Krankenhaus ist besiegelt: Sie muss schließen.
Tilo Wallrodt Das Schicksal der Kinderstation am Wolgaster Krankenhaus ist besiegelt: Sie muss schließen.

Die AOK Nordost und die Barmer sind sich einig. Angesichts sinkender Bevölkerungszahlen und des sich verschärfenden Fachkräftemangels im Gesundheitswesen braucht es weitere Konzentrationen. „Wir müssen uns fragen, ob auch jedes kleine Krankenhaus wirklich alle Leistungen anbieten muss“, erklärte Anke-Britt Möhr, Geschäftsführerin für die stationäre Versorgung bei der AOK Nordost. Die kleinen und mittleren Krankenhäuser sollten sich insbesondere auf die Grund- und die Notfallversorgung in der Fläche konzentrieren. Derzeit gibt es 37 Krankenhäuser in MV.

180 Arztstellen nicht besetzt

Indes betonte Sozialministerin Birgit Hesse (SPD), dass die kleinen Krankenhäuser ein „wesentlicher Bestandteil der medizinischen Versorgung“ seien. Natürlich müsse nicht jedes Haus jede Leistung anbieten. Sie halte aber auch nichts davon, „das eine Haus gegen das andere auszuspielen“, erklärte sie. Der Krankenhausplan des Landes werde gemeinsam mit allen Beteiligten den bestehenden, aber auch den neu entstehenden Erfordernissen angepasst. Schon jetzt sind in MV 180 Arztstellen an den Krankenhäusern nicht besetzt.