Joggerin-Mord:

Weitere Indizien belasten Angeklagten schwer

Für den Angeklagten im Prozess um den Mord an einer Joggerin aus Lübeck wird es eng: Das LKA hat mehr als 100 Fasern vom Hemd des Mannes an der Leiche der jungen Frau sicherstellen können.

Das Urteil wird voraussichtlich im Januar 2014 gesprochen werden.
dpa Das Urteil wird voraussichtlich im Januar 2014 gesprochen werden.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer Joggerin aus Lübeck hat das Landgericht Schwerin am Montag einen Experten des Landeskriminalamtes zur Spurenlage befragt. Am Körper des Opfers wurden den Angaben des LKA-Mitarbeiters zufolge mehr als 100 Textilfasern gefunden, die einem Hemd des Angeklagten zuzuordnen sind. Weil der aus Lübeck stammende Mann die Aussage verweigert, hat das Gericht zahlreiche Zeugen und Gutachter geladen. Sie sollen helfen, den Tatverlauf zu klären und die Persönlichkeit des 46-Jährigen zu beleuchten. Ihm werden Mord, versuchte sexuelle Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Das Urteil wird voraussichtlich im Januar 2014 gesprochen werden.

Auch am Messer des Angeklagten DNA-Spuren des Opfers

Die Fasern seien vor allem am Oberkörper, aber auch unter einem Fingernagel der getöteten Frau gefunden worden. Der Mann war wenige Tage nach der Tat festgenommen worden. Der Anklage zufolge soll er die 29-jährige Frau, die am Morgen des 7. Juli am ehemaligen Grenzstreifen bei Lübeck gejoggt war, überfallen haben, um sich an ihr zu vergehen. Als die Läuferin sich gegen den Angriff wehrte, soll er sie erstochen haben. An einem Messer, das dem Angeklagten gehört, sind DNA-Spuren sowohl des Mannes als auch des Opfers gefunden worden. Sie gelten als das stärkste Indiz für die Richtigkeit der Anklage.

Plötzlicher Gewaltausbruch

Zudem befragte das Gericht am nunmehr sechsten Verhandlungstag weitere Zeugen aus dem Umfeld des inzwischen 46-jährigen Angeklagten. Ein Mann gab vor Gericht an, er habe beobachtet, wie der Angeklagte eines seiner vier Kinder schlug. Es habe das Zimmer auch nach mehrmaligem Ermahnen nicht aufgeräumt, sagte der Zeuge. Der plötzliche Ausbruch des Vaters, den er von einer Umschulung durch das Arbeitsamt kennt, habe ihn überrascht. "Das hatte ich von ihm nicht erwartet", sagte der Zeuge.

Das Gericht, das eine psychiatrische Sachverständige mit einem Gutachten zur Persönlichkeit des Angeklagten beauftragte, hat bislang noch acht weitere Prozesstage bis zum 20. Januar geplant.

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