Millionensparprogramm bis 2020 beschlossen:

Weniger Ämter, weniger Schulen, weniger Beratung

Der Kreis Mecklenburgische Seenplatte muss kräftig sparen, sonst wäre er 2017 überschuldet. Geplant sind unter anderem Zentralisierungen in Neubrandenburg und auch weniger Zuschüsse für Museen und Beratungsstellen.

Von derzeit rund 22 Millionen Euro bis 2020 auf Null: Das ist der Plan für das Haushaltsdefizit des Kreises.
Bernd Wüstneck Von derzeit rund 22 Millionen Euro bis 2020 auf Null: Das ist der Plan für das Haushaltsdefizit des Kreises.

Der Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte hat ein millionenschweres Sparprogramm beschlossen. Mit der Mehrheit von CDU und SPD beschloss das Gremium am Montagabend in Neubrandenburg ein umstrittenes Konzept zur Haushaltssicherung von 2015 bis 2020. So soll das jährliche Defizit des flächenmäßig größten Landkreises Deutschlands von derzeit rund 22 Millionen Euro bis 2020 auf Null gefahren werden. Bei derzeit 1215 Mitarbeitern sollen auch 50 Stellen eingespart werden, wie Landrat Heiko Kärger (CDU) sagte.

Zu den Sparmaßnahmen gehören die Zentralisierung weiterer Ämter aus Waren, Demmin und Neustrelitz in Neubrandenburg, was schon zu Protesten bei Sozialverbänden und -vereinen führte. Außerdem sollen Zuschüsse für die Schülerbeförderung zu örtlich nicht zuständigen Schulen gesenkt, Immobilien verkauft, Schulen zusammengelegt und auch die aufwendigen, aber angeblich kaum genutzten Internet-Übertragungen vom Kreistag gestrichen werden. Auch bei den Trägern der Sucht- und Drogenberatung wird Geld gestrichen. Vor dem Kreistag demonstrierten rund 100 Eltern und Schüler freier Schulen gegen Kürzungen bei der Schülerbeförderung.

Drei Museen künftig durch eine GmbH betrieben

Rund 570 000 Euro will der Kreis noch durch eine Extra-GmbH sparen, die drei Museen und die Wirtschaftsförderung künftig zusammen betreibt. Der Gesellschaftervertrag wurde mehrheitlich vom Kreistag beschlossen. Die GmbH soll für das Heinrich-Schliemann-Museum Ankershagen, das als Blaubuchmuseum des Bundes anerkannt ist, das Agroneum Alt Schwerin, das defizitäre Drei-Königinnen-Palais Mirow und das Existenzgründerzentrum in Waren zuständig sein. Die Museen kosten im Jahr bisher rund zwei Millionen Euro und haben rund 75 000 Besucher jährlich.

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