53-Jährige muss sich vor Gericht verantworten :

Wer ist schuld an der Massenkarambolage auf der A19?

Der schreckliche Unfall im Sandsturm südlich von Rostock ist den Menschen in der Region auch knapp vier Jahre danach noch gut in Erinnerung. Nun folgt die gerichtliche Aufarbeitung.

Einige Fahrer starben vor Ort in ihren Autos - Grund waren Brände.
Bernd Wüstneck Einige Fahrer starben vor Ort in ihren Autos - Grund waren Brände.

Am kommenden Donnerstag beginnt im Rostocker Amtsgericht der erste Prozess um die Massenkarambolage im Standsturm auf der A19 im April 2011. Angeklagt ist eine 53 Jahre alte Frau aus Brandenburg, der die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung vorwirft. Sie soll in die riesige Wolke, die über der Autobahn fegte, hineingefahren sein, ohne die Geschwindigkeit an diese widrigen Verhältnisse angepasst zu haben. Die Sicht darin habe teilweise nur bei drei bis fünf Metern gelegen.

In dem Prozess werden erstmals die näheren Umstände des Unfallgeschehens in der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Gutachter hatten dafür mehr als drei Jahre akribisch gearbeitet. Zeugen wurden gehört und die Unfallautos untersucht. Die strafrechtlichen Vorwürfe beruhen nach Angaben der Staatsanwaltschaft darauf, dass der Sandsturm bereits aus einer Entfernung von 600 bis 1000 Metern zu erkennen gewesen sei. Eine Drosselung der Geschwindigkeit wäre demnach möglich gewesen.

Acht Menschen starben, 130 wurden zum Teil schwer verletzt

Die Brandenburgerin war dem Gericht zufolge auf ein Auto aufgefahren. Darin starb ein Ehepaar. An dem Unfall am Mittag des 8. April 2011 südlich von Rostock bei Kavelstorf waren auf beiden Fahrspuren Richtung Berlin und Rostock insgesamt 83 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen starben, rund 130 wurden zum Teil schwer verletzt. In sechs der acht Todesfälle seien Brände mit die Ursache gewesen.

Früheren Angaben zufolge gab es insgesamt sieben Beschuldigte. Gegen vier stand der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum. In zwei Verfahren ging es um den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs und einmal um fahrlässige Körperverletzung. Die angeklagte Autofahrerin habe einen Strafbefehl über neun Monate Haft bekommen und sei dagegen in Widerspruch gegangen. Weitere Prozesse werden folgen.

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