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Wie kommt das Breitband-Netz flink ins Land?

Eins ist klar: Das Internet in MV ist in vielen Gebieten zu langsam und muss ausgebaut werden. Das Land will nun ausbauen. Doch das Wie stört viele lokale Unternehmen.

In solchen Plasteröhrchen werden die Breitbandleitungen in der Erde verlegt. Über das wann, wo und wie gibt es in MV aber noch Diskussionsbedarf.
Jens Büttner In solchen Plasteröhrchen werden die Breitbandleitungen in der Erde verlegt. Über das wann, wo und wie gibt es in MV aber noch Diskussionsbedarf.

Gerade in MV kommt es oft darauf an, mit Freunden und Verwandten Kontakt zu halten. Das geht gut per Internet – doch während die Großmutter in Neubrandenburg noch mit ihrem Enkel in Australien per Videotelefonie-Programm Skype reden kann, ist das bereits wenige Kilometer entfernt häufig nicht möglich. Der Grund: eine zu langsame Verbindung.

Deswegen wollen Land und Bund reagieren und den Breitbandausbau beschleunigen. Dabei werfen die regionalen Unternehmerverbände dem Infrastrukturministerium vor, sie indirekt vom Wettbewerb auszuschließen. „Mit den großen Planungsräumen ist kein Wettbewerb möglich“, sagt Manuela Balan, Geschäftsführerin des Unternehmerverbands Rostock-Mittleres Mecklenburg. Kleinere regionale Unternehmen können das nicht schaffen, große würden durch die Pläne bevorteilt. „Wir wollen, dass Chancengleichheit hergestellt wird!“ Kleinere Gebiete seien dafür besser geeignet.

Das Infrastrukturministerium sieht dagegen klare Vorteile in größeren Strukturen. Da es sich um lange Distanzen und große Kabeltrassen handele, könne man nicht auf Gemeindeebene agieren. „Wir wollen aber möglichst viel der Wertschöpfung im Land behalten“, sagt Minister Christian Pegel (SPD).

Gewerbegebiet Pommerndreieck noch ohne Anbindung

Erst seit Jahresanfang gehört das Thema Breitbandausbau zu Pegels Ministerium, zuvor waren unterschiedliche Abteilungen dafür zuständig. Im Entwurf des neuen Landesraumentwicklungsprogramm soll es eine wichtige Rolle spielen. Deswegen diskutiere das Ministerium nun mit den mittleren und kleinen Unternehmen im Land über das Wie des Breitbandausbaus.

Spätestens nach dem Sommer soll dann eine Strategie vorliegen. Das hänge aber auch von den Vorgaben des Bundes ab, macht Pegel klar. Die Bundesregierung will Teile des neuen Investitionspakets in den Internetausbau stecken und Geld, das durch die geplante Versteigerung von Mobilfunklizenzen eingenommen werden soll. Genaueres steht dazu noch nicht fest.

Die Zeit drängt. Immer neue Anwendungen und Geräte machen schnellere Verbindungen für alle Regionen des Landes notwendig. Gerade für erfolgreiche Ansiedlungen sei Breitband wichtig. Nur ein Beispiel: Das Gewerbegebiet Pommerndreieck ist laut Unternehmerverband noch nicht an das schnelle Breitband angeschlossen.