Nach Angriff auf Fohlen:

Wie oft schlägt der Wolf in MV wirklich zu?

Erst jüngst hatte ein Angriff auf ein Fohlen wieder für heftige Debatten gesorgt – war es Isegrim? Oder waren es doch Hunde? Die Landesregierung hat nun Zahlen vorgelegt.

309 Angriffe sind registriert worden, die ein Wolf verübt haben könnte.
Wolfram Kastl 309 Angriffe sind registriert worden, die ein Wolf verübt haben könnte.

„Wolfsrisse sind nicht so häufig wie gedacht.“ Meint jedenfalls die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ursel Karlowski, und beruft sich auf eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage ihrer Fraktion. Demnach sind seit dem Jahr 2006 in MV 309 Nutztiere registriert worden, die mutmaßlich durch einen Wolf verletzt oder gerissen wurden. „Davon sind jedoch gerade mal knapp die Hälfte (49,8 Prozent) wirklich eindeutig dem Wolf zu zuordnen“, so die Abgeordnete.

Maßnahmen zum Schutz von Nutztieren, wie auch die Entschädigungen, würden durch das Land unterstützt, sagte Karlowski. In einem Verdachtsfall, wie kürzlich bei dem verletzten Fohlen, müsse sofort der lokale Wolfsbetreuer gerufen werden, damit anhand der Spuren festgestellt werden kann, ob es ein Wolf oder ein Hund war. 

CDU will Wolf ins Jagdrecht aufnehmen

Sesshafte Wölfe gibt es Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) zufolge bislang nur im südlichen Mecklenburg-Vorpommern – zwei Rudel sind dem Ministerium zufolge belegt. Backhaus appellierte, den Wolf sachlich zu betrachten. Hysterie sei nicht angebracht. In der Regel gehe für den Menschen keine Gefahr von gesunden Wölfen aus.

Damit fuhr Backhaus seinem Koalitionspartner CDU in die Parade. Deren agrarpolitische Sprecherin Beate Schlupp hatte im Vorfeld genau das gefordert. „Die Häufung der gemeldeten und nicht immer konfliktfreien Zusammentreffen des Menschen mit dem Wolf deutet darauf hin, dass sich die viel zitierte Scheu des Wolfes nach und nach verliert. Die berechtigten Sorgen müssen ernst genommen werden“, so Schlupp. Forderungen der Halterverbände zur Jagd auf den Wolf seien nur verständlich. Die CDU-Fraktion plädiere für eine Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht mit ganzjähriger Schonzeit.

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