:

Wildwest-Flug über dem Nordosten

Wenn Flugzeuge und Spielzeug-Drohnen sich am Himmel kreuzen, kann das übel ausgehen. Bisher hat es solche Unfälle noch nicht gegeben, doch die Luftfahrtsämter bereiten sich schon vor.

Ganz schön gefährlich, dieser Spaß mit der Drohne. Wenn der Copter das Flugzeug trifft, könnte diese Kollision fatale Folgen haben.
Julian Stratenschulte Ganz schön gefährlich, dieser Spaß mit der Drohne. Wenn der Copter das Flugzeug trifft, könnte diese Kollision fatale Folgen haben.

Das hätte auch ins Auge gehen können. Beim Landeanflug auf den Flughafen Rostock-Laage entdeckte der Pilot eines Sportflugzeugs eine Drohne. Sie schwebte auf seiner Höhe nur ein paar Hundert Meter entfernt. Eine Gefahr für Passagiere und Maschine habe es dabei laut Polizei nicht gegeben. Dennoch leitete sie Ermittlungen ein, denn dies gilt bereits als gefährlicher Eingriff in den Luftverkehr. Eine Kollision mit einem Triebwerk oder Propeller kann fatale Folgen haben.

Zwei Wochen später ist noch alles unklar. „Wir wissen nicht, wer die Drohne gesteuert hat“, sagt die Polizeisprecherin Kristin Hartfil in Güstrow. Die Suche nach dem Piloten gestalte sich als schwierig. Das Problem: Die Reichweite der Fernsteuerung ist groß. Außerdem sind die ferngesteuerten Flugobjekte noch relativ neu am Himmel.

Der korrekte Name der kleinen Flugobjekte lautet Copter und sie gelten meist als Spielzeug. Dies hört erst ab einem Abfluggewicht von über fünf Kilogramm auf, oder wenn der Pilot das Gerät gewerblich nutzt. Dann ist eine Aufstiegsgenehmigung der Luftfahrtsämter fällig. 2015 stellte das Brandenburger Infrastrukturministerium 282 dieser „Allgemeinerlaubnisse“ aus, mit denen ein Pilot zunächst ein Jahr befristet so oft starten darf, wie er will. In Mecklenburg-Vorpommern wurde nach Angaben aus dem Infrastrukturministerium 135 Mal eine Erlaubnis erteilt, hinzu kommen noch einmal gut 100 anerkannte Genehmigungen eines anderen Bundeslandes.

Dabei gibt es einige Auflagen. So dürfen die Piloten beispielsweise nur auf Sicht fliegen, Flüge über 100 Metern sind verboten, außerdem über Menschenansammlungen oder eben über den Sicherheitsbereichen von Flughäfen. Für die kleinen Copter gilt das alles nicht, daher weiß auch niemand, wie viele Starts es tatsächlich gibt.