Gemeindevertreter wehren sich:

Windräder bekommen Gegenwind

Der Windkraft ist um Altentreptow genug Raum gegeben, meinen die Bürger von drei Gemeinden. Die Bauamtsleiterin des Amtes Treptower Tollensewinkel, hat so viel Ablehnung bisher bei keinem anderen Windpark erlebt.

Schon jetzt bestimmen die Windräder das landschaftliche Bild rundum Altentreptow.
Bernd Wüstneck Schon jetzt bestimmen die Windräder das landschaftliche Bild rundum Altentreptow.

Bei Altentreptow wächst der Unmut gegen einen geplanten neuen Windpark westlich der Kleinstadt, die schon von Dutzenden Windrädern umgeben ist. Die Gemeindevertreter von Pripsleben und Tützpatz haben sich in Stellungnahmen einhellig gegen den Bau von 30 weiteren Windrädern in der Region ausgesprochen, teilten die ehrenamtlichen Bürgermeister Gunter Bilinski und Kai-Uwe Zirzow am Montag mit. In Gültz fassten die Gemeindevertreter am Sonntag einen Beschluss gegen den Bau der Anlagen mit jeweils 150 Metern Nabenhöhe durch die Windprojekt GmbH Börgerende.

Bürgermeisterin Barbara Tramp-Wangerin sagte, die Gemeinde sei der Ansicht, dass Windanlagen in der Region bereits genügend Raum gegeben wurde. Die für den neuen Windpark vorgesehene Fläche sei nicht als Windeignungsgebiet ausgewiesen. Für die Gemeinde sei es wichtig, sich auch noch andere Entwicklungspotenziale offen zu halten. Der Windpark in Sichtweite würde das Schloss sowie weitere Grundstücke unverkäuflich machen.

Angst vor gesundheitlichen Auswirkungen

Während der Sitzung protestierten rund 60 Einwohner gegen die "Einkesselung" ihrer Dörfer durch Windräder. Im August waren in Tützpatz rund 400 Menschen auf die Straße gegangen. Auch die Kommunalvertreter in Altentreptow sprechen sich gegen die neuen Anlagen aus. Die Bauamtsleiterin des Amtes Treptower Tollensewinkel, Claudia Ellgoth, sagte, so viel Ablehnung habe es bei keinem anderen Windpark im Amtsbereich ergeben. "Die Bürger sind agiler geworden, das Maß ist voll", meinte sie. Sie hätten lange akzeptiert, dass touristische Regionen wie die Müritz von Windanlagen ausgenommen werden. Jetzt gehe es ihnen um den Erhalt ihrer Landschaft mit dem Tollensetal. Auch würden gesundheitliche Auswirkungen befürchtet. Am Freitag endet die Frist für Einwendungen gegen den Windpark.

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